Dein Start ins Larp

Der Blog für Larper, Anfänger und Fantasyfans

Cyrus Am 15. - August - 2013

Grobe Fakten

Bei dem Film „Wochenendkrieger“ handelt es sich um eine Dokumentation der „gebruederBeetz“ und dreht sich um 5 Larper und deren Rollen. Hierbei wurden deren Charaktere dem realem Leben der jeweiligen Darsteller entgegengestellt und somit versucht eine abgegrenzte Perspektive auf die Person hinter dem Image zu geben.

Wer oft auf den großen Cons unterwegs ist oder zumindest gern mal die gängigen Con – Videos ansieht wird garantiert das eine oder andere Gesicht wieder erkennen. Denn das Team dieser Produktion hat sich bekannte Gesichter herausgesucht und so begleitet der Zuschauer Chris, Nicole, Sven, Gregor und Dirk 90 Minuten lang und bekommt so einen Eindruck vom Larp geboten.

Man kann definitiv sagen, dass man sich bei der Produktion dieses Films große Mühe gegeben hat. Es gibt nicht nur talentierte Larper zu sehen sondern auch noch Hans Werner Olm als Sprecher, welcher sein Handwerk wahrlich versteht und gerade den Fantasyszenen ein angenehmes Ambiente verleiht. Als Drehorte dienten teils das jeweilige Zuhause der Darsteller, deren Arbeitsplätze und diverse LarpCons wie das Conquest of Mythodea oder aber auch das Epic Empires. Weiterhin gibt es wirklich wunderschöne Animationen in Form einer Karte auf der sich Armeen bewegen und Standorte angezeigt werden.

Filminhalte

Dieser Film ist eine Dokumentation, jedoch mehr eine Dokumentation über die vorgestellten Personen als über LARP an sich. So erfährt man wenig über Regelmechanismen, Spielinhalte oder Hintergrundarbeiten, dafür einige Informationen aus dem Privatleben der 5 Hauptpersonen, ihre Intensionen und ihren Ansichten über unser wunderschönes Hobby.

So erlebt man Chris beim Unterricht in ihrer Klasse, Sven bei seiner Arbeit, Nicole bei sich Daheim und natürlich Alle zusammen noch in irgendwelchen Larpszenen.

Besonders interessante Eindrücke ergeben sich bei den Szenen aus dem Alltag des jeweiligen Darstellers, welcher meist krass einer Szene aus dem LARP entgegengestellt wird. Dazu berichtet manchmal der Darsteller noch etwas aus der entsprechenden Szene und so werden Informationen mit Bildern verknüpft.

Parallel zur Dokumentation gibt es noch einen Fantasyanteil, indem die Macher des Films die Geschichte der Anisha Fey erzählen, die zusammen mit einem untoten Herrscher das Auental angreift. Einige von Euch mögen sich jetzt wundern – mit Recht.

 

Kritik

Wir sehen uns Filme an. Dabei unterscheiden wir zwischen Fiktion und Realität. Wenn ich einen Fantasyfilm sehe weiß ich, dass ist nur Fiktion, erdacht und umgesetzt. Wenn ich aber eine Dokumentation sehe, erwarte ich Fakten und Ehrlichkeit, Realität eben.

Doch anscheinend sehen das die Macher dieses Films anders, denn ca. ein Drittel des ganzen Filmes ist ziemlich an den Haaren herbei gezogen. So werden die IT – Geschichten der 5 Charaktere genommen und, ziemlich glaubhaft, in eine zusammenhängende Geschichte gesetzt. So greift nun das Geisterwesen Anisha Fey, zusammen mit dem Untoten Herrscher und einer Armee aus Orks und Untoten das Auental an. Dort lebt die Elfenkönigin Lenora zusammen mit Hobbits und Menschen in Frieden. Dann gibt es noch den „Gärtner“ der Pestilenz, der scheinbar nirgends dazu gehört und noch einen Erzmagier, der es im Anschluss schafft Anisha verwundbar zu machen. Diese wird per Ritual gerettet und schwupps ist ein Luftavatar draus geworden.

Das klingt an sich ganz nach einer Fantasyhandlung, allerdings wurde diese Handlung aus mehreren Handlungsträngen zusammengeschnitten, tatsächlich spielten Lenora und Anisha Fey nicht auf der selben Con. Wie glaubhaft dies geschnitten wurde zeigte eine Freundin von mir, welche ebenfalls im Film saß. Als ich sie nach dem Film über die Zusammenhänge aufklärte, fühlte sie sich „verarscht“.

Man mag jetzt sagen, dass das ja nur IT-Szenen seien und man das nicht so eng sehen darf. Das würde ich so im Normalfall auch bejahen, jedoch – wenn man diese Szenen so gekonnt zusammen setzen konnte, wo hat man dann vielleicht in den Interviews die Schere angesetzt? Wie auch immer, bei einer Dokumentation erwarte ich Fakten und keine Fiktion.

Ein weiterer Punkt der mich stark störte ist der Faktor, dass sehr oft die Ansicht vermittelt wird, dass Larper Menschen sind die dieses Hobby brauchen um reale Unzulänglichkeiten zu kompensieren. Das bedeutet vereinfacht nämlich nichts weiter als: Realitätsflucht in eine Traumwelt. Ich weiß nicht ob ich möchte, dass andere Menschen mich und mein Hobby so sehen.

Dann gibt es noch so eine Sache die mich am meisten gestört hat: manchmal wurden einige der Personen recht eigenwillig dargestellt. Eigentlich möchte ich das Wort „eigenwillig“ nicht verwenden, Adjektive wie bescheuert, freakig oder nerdig wäre wohl eher angebracht. So fängt Sven einfach mal an ein mittelalterliches Lied zu singen oder Nicole offenbart der Welt, dass sie eigentlich nicht wirklich gern mit Menschen spricht, dies als Elfenkönigin aber gern macht. Bei diesen Szenen wäre das Wort „Freakshow“ wohl ganz zutreffend.

Nun sollte man mich nicht falsch verstehen, ich möchte keine der 5 Personen in diesem Film, besonders nicht Sven oder Nicole Kritik darreichen, jedoch kritisiere ich die Macher des Films wie sie diese Personen präsentieren.

Weiterhin stört es mich, dass die Meinungen der Personen zur absoluten Tatsache proklamiert werden. So kann niemand allgemeingültig sagen wie LARP gespielt wird, immerhin bestimmt jeder LARPER selbst was und wie er etwas spielt oder spielen möchte.

 

Fazit

Der Film „Wochenendkrieger“ ist ein gut in Szene gesetzter Film der wunderschöne Szenen eingefangen hat und diese dem Publikum vermittelt. Doch leider wurde, zumindest meiner Meinung nach etwas zu sehr die Szenerie gestellt und das ist für eine Dokumentation ein absolutes NoGo. Nichtlarper sollten diesen Film mit einer kleinen Portion Argwohn betrachten und lieber zu „Herren der Spiele“ greifen.

 

So far,

euer Cyrus



11 Antworten bis jetzt.

  1. Jana sagt:

    Hej,
    was man noch sagen sollte, soweit ich das mitbekommen habe sind einige der Darsteller zu gewissen Aussagen überredet bzw. durch gezielte Falschaussagen *Die Kamera ist jetzt aus* dazu bewogen wurden diese zu machen. Da gibts bereits mehrere Disskusionen. Das nur als Ergänzung.

    • Cyrus sagt:

      Hm, dazu kann ich nichts sagen, das sind also derzeitig (für MICH zumindest) ein reines Gerücht und das will ich nicht weitertratschen. Ich kann aber mal die Chris fragen, vielleicht kann die mir dazu was sagen.

  2. Weriand sagt:

    Kein Gerücht, das ist so wörtlich von Kris und Nicole via Facebook bestätigt worden. Dirk und Gregor wurden so nicht “reingelegt”, von Sven hat man diesbezüglich bisher nichts gehört.

  3. Lenora sagt:

    Nur mal eine kurze Anmerkung persönlicher Natur:
    “Nicole offenbart der Welt, dass sie eigentlich nicht wirklich mit Menschen sprechen kann und das als Elfenkönigin aber gern macht. Bei diesen Szenen ”

    Das habe ich nicht so gesagt und das wurde auch im Film nicht so geschnitten. Ich sage, dass ich ungern “vor” Menschen rede, also Vorträge halte und dergleichen. Ich fühle mich unwohl, wenn ich im Mittelpunkt stehe. Und ich mache es nach wie vor nicht gern.

    Dagegen bin ich aber ein recht geselliger Mensch, der zwar anfangs sicher eher schüchtern ist, aber sehr gern und viel Kontakt zu anderen pflegt.
    Ich nutze Larp nicht um “über Unzulänglichkeiten hinweg zu täuschen”. Das ist Quark! Für mich ist das Liverollenspiel unter anderem (!!) eine Möglichkeit mich selbst zu fordern und an Schwächen zu arbeiten, nicht zu kompensieren. Das ist ein gewaltiger Unterschied, der einen eher dazu bringt offen mit sich und seinen Stärken und Schwächen umzugehen, sowie vieles über sich zu lernen. Daran ist weder etwas Schlechtes, noch etwas “Nerdiges”. Ich bin sehr froh, dass ich den Mut dazu gefunden und diese Möglichkeit habe und suche mir immer Rollen, die mich vor neue Herausforderungen stellen um mich persönlich weiter zu entwickeln.

    Mal ganz abgesehen von den anderen tausend Dingen, die mich an dem Hobby begeistern ;o)

    Ansonsten wurde es schon angesprochen: Es ist mehr ein Spielfilm, als eine Dokumentation. Der Eindruck, der dort vermittelt wird, ist absichtlich so geschnitten und vermittelt die Meinung des Regisseurs, ist kein tatsächliches Abbild. In meinem Fall wollte man das “schüchterne Mädchen vom Lande” und hat gezielt Szenen zusammen gesucht. Alles was dazu nicht passte – also eigentlich alles, das mein heutiges Leben darstellt – wurde ausgelassen und nicht verwendet, Aussagen zb. auch gekürzt/ inhaltlich verändert.

    • Cyrus sagt:

      Hallo Nicole,
      ich finde es klasse dass Du den Weg auf diesen Blog gefunden hast.

      Nun, erst einmal zu deinem Anliegen: Gut, das mag wohl eine Interpretationssache sein. Wenn mir etwas schwer fällt sage ich meistens “ich kann das nicht”, ich werde dies gleich korrigieren.
      Weiterhin würde ich Dich bitten den Text noch mal etwas genauer zu lesen, ich habe NIE mals geschrieben dass Du über etwas hinweg täuschst. Ich habe lediglich angesprochen, dass dieser Film das gerne mal an bestimmten Stellen vermittelt. Grade beispielsweise “der Parteisoldat”, der in seiner Freizeit einfach auch mal der Anführer sein will. Oder aber auch die “Anführerfrage” allgemein, als aufgeführt wird wie sehr sich Leute dann drum reißen, die in ihrem realem Leben keine Verantwortung haben.

      Du musst Dich außerdem nicht rechtfertigen, ich wollte Dich nicht angreifen und es tut mir leid wenn ich das hiermit getan haben sollte.

      Liebe Grüße, Cyrus

  4. Serk sagt:

    Wird Zeit, auch mal den Film anzusehen. ^^
    Netter Blog.

  5. Haengard sagt:

    Ich sah den Film/die Dokumentation gerade erst gestern, und sie hat mich dazu gebracht, zu dem Thema ein wenig zu googlen … womit ich auch hier landete.

    Für mich als Nicht-LARPer fand ich sehr wenig anstößiges, sondern viel mehr beeindruckendes. Insgesamt hat jeder der Interviewten einen einwandfreien Eindruck auf mich gemacht und bei dem Gesang musste ich schmunzeln. Klar ist das auch ein wenig schräg und “nerdy”, aber ich sah da einfach jemanden, der ohne Scheu zu seinem Hobby steht. Und es stimmt schon, dass eine (Lenora?) als recht introvertiert gezeigt wurde, was ich aber nicht sonderlich auffällig fand – vielleicht, weil ich schon Rollenspieler kenne und selbst einer bin/war und die Spieler nicht selten sensiblere Naturen sind. Darin sehe ich vielmehr Anzeichen einer künstlerischen Seite. Und um überhaupt Rollen eben spielen und ausfüllen zu können, braucht man viel Sensibilität. Das ist ein Aspekt gewesen, der bei allen erkennbar war, und mehr oder minder auch ausgesprochen wurde und der Rollenspielern gemein ist, denke ich.

    Nunja, da ich selbst zwar kein LARPer bin, aber immerhin selbst Rollenspieler – ihr dürft gern jetzt mal lachen – in ein, zwei MMORPGs für rund 4 Jahre gewesen bin, ist meine Sichtweise natürlich schon für die Sache voreingenommen. Ich hab zwar in der Vergangenheit hier und dort schon von LARP gehört, der ein und andere LARPer hat sich auch mal in “meine” virtuellen Gefilde verirrt, sodass ich eine grobe Ahnung bekam, aber erst diese Doku hat mir förmlich den Kopf weg geblasen. Welche Dimensionen das ganze inzwischen angenommen hat, mit wieviel Energie und Leidenschaft sich die Leute dort ins Zeug werfen – das hat mich ehrlich und ernsthaft beeindruckt. Ich war elektrisiert wie auch gleichzeitig ziemlich eingeschüchtert. Respekt, Leute … da meint es jemand wirklich “ernst”. Die Doku zeigt Menschen, die mit viel Leidenschaft etwas wirklich schönes erschaffen, ich halte sie daher auch vielmehr für sehr “Werbewirksam”. Es lädt einfach ein.

    Der Conquest-Trailer, der sich hier auch auf der Webseite findet, hat mir dann noch den Rest gegeben. Wer auch nur einen winzigen Funken Rollenspielergeist in sich trägt, der kann sich der Wirkung kaum erwehren. Pure Magie eben, heh. Für mich bedeutet das wohl, dass ich nach meiner Abstinenz wohl doch noch zu einem LARPer werde, also möglicherweise “sieht” man sich demnächst, wobei ich mich allerdings erst einmal als NSC einsteigen werde. Die werden anscheinend des öfteren gebraucht und es bietet wohl eine gute Möglichkeit, dem ganzen so erst einmal auf den Zahn zu fühlen, ohne dabei viel kaputt machen zu können. ;-)

    Aber zunächst pflüge ich mich mal durch die FAQs, How-Tos und Hilfen dieser und anderen Webseiten …

  6. Leondras sagt:

    Hallo zusammen,
    ich bin ein Neuling in Sachen LARP ich war Aber auf einer LARP als NSC letztes Wochenende.
    Und mir hat es sehr gut gefallen sodass ich mir immoment ernsthaft Gedanken über mein Charakter mache , aber das ist was anderes ich habe den Film Wochenendkrieger gesehen und muss zu der Film Kritik sagen sie hat schon das ausgedrückt was cyrus geschrieben hat. Ich will pber keine Menschen lästern oder sonst was aber er lenora oben sagte das ist mehr ein Spielfilm und keine Doku wobei man sagen kann das Herren der Spiele auch keine wirkliche Doku ist ich hab beide Filme gesehen bevor ich auf die con bin und muss sagen keine der beiden Filme hat mir in irgendeiner Form geholfen in Sachen con vielleicht auch weil es keine große con war. Ich finde es gut das sich einer der Schauspieler zu der Kritik äußert meinen Respekt lenora.
    Mit freundlichen Grüßen Daniel alias Leondras

  7. Tasos sagt:

    .. muss gestehen, das sich den auch noch nicht gesehen habe… bin immer gerne mal wieder auf neurem Blog!!

  8. Zyug sagt:

    Hi leute,
    mir fällt grade auf das es keine Website giebt wo man kleine schlachten und andere aktionen anmelden kann oder kennt ihr eine?
    LG Zyug

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