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Cyrus Am 7. - Mai - 2013

Muss ein LARP Charakter wirklich vollkommen individuell und neuartig sein oder reicht es nicht auch sich an bestehende Ideen anzulehnen und einfach nur eine eigene Sichtweise einzubringen? Wie viel Individualismus braucht das LARP und ist es nicht manchmal besser sich irgendwo einzugliedern statt das Rad immer und immer wieder neu zu erfinden? Diesen Fragen gehe ich in diesen neuen Artikel auf den Grund und vielleicht hilft er Dir ja auch bei der Entscheidung, ob Du Dir einen eigenen Hintergrund erschaffst oder lieber das spielst, was sich Andere Leute ausgedacht haben.

Ein eigener LARP Hintergrund – muss das sein?

Vor kurzem habe ich einen kleinen Leitfaden verfasst, welcher es LARP Anfängern erleichtern soll ein eigenes Hintergrundland zu entwerfen, sofern sie das wollen. Es gab eine sehr interessante Reaktion von einem Leser welcher die Meinung vertritt, dass man sich lieber anderen, bestehenden und bekannten Ländern anschließen solle anstatt hunderter Länder zu erfinden welche nur von einer Person bespielt werden. Dieser Gedanke ist interessant und durchaus nicht verkehrt und da ich es wichtig finde auf die Gedankenwelt meiner Leser einzugehen, werde ich mich heute mit diesem Thema genauer befassen.

MUSS es NOCH ein LARP Land sein?

Ganz klar – es gibt viele Spieler die sich einen tollen Hintergrund ausdenken und ihn vielleicht niemals vollständig ins Spiel einbringen werden. Da ist es schade um die Zeit die man selbst investiert, schließlich könnte man sich ja auch einem bereits bestehenden Hintergrund anschließen und diesem mehr Leben einhauchen, oder etwa nicht? Schließlich gibt es bereits jede Menge Fantasywelten und Länder, da gibt es eigentlich für jeden Geschmack eine passende Auswahl.

Es gibt viele große und bekannte Hintergründe wo definitiv noch Platz für Dich und Deine Ideen ist, beispielsweise könntest Du Dich ja einfach in den Mittellanden mit ansiedeln, auf Mythodea ist auch noch sehr viel Platz oder aber auch in Vinland vielleicht siedeln. Das waren gerade nur 3 Namen, die Liste ist noch viel länger.

Vorteile an bestehenden Hintergründen

Es gibt einige Vorzüge an bestehenden Hintergründen, zum Beispiel sind sie bekannt und werden bespielt, so kannst Du vielleicht „Landsleute“ auf anderen Cons treffen oder aber ein Spieler erzählt etwas aus Deinen Landen und Du kannst sagen „Hey, da komm ich her“. Das bietet jede Menge Ansatzpunkte für gemeinsames Spiel. Vielleicht findest Du ja auch eine Gruppe mit einem Hintergrund der Dir gefällt, da kannst Du Dich gleich einer Gruppe von LARPern anschließen, so kommst Du an neue Leute und bist nicht allein auf einer Con unterwegs. Das wirkt bei gewissen Charakteren auch gleich viel glaubwürdiger, denn es reisen verdammt viele Abenteurer durch die LARP Welt, grade Adlige oder auch Soldaten sind ja meistens eher in organisierten Zügen unterwegs anstatt einsam und planlos durch die Welt zu stolpern.

Außerdem ist es für einige Spieler anscheinend ermüdend sich mit neuen Hintergründen von Mitspielern auseinander zu setzen, so kannst Du einen bestehenden Hintergrund bieten, welcher bereits bekannt ist und so weitaus mehr Interesse oder Gesprächsbereitschaft weckt.

Nachteile an bestehenden Hintergründen

Wo Vorteile sind, sind immer auch Nachteile. Einer der gravierendsten Nachteile am Annehmen eines bestehenden Hintergrund ist meines Erachtens die fehlende Flexibilität, Du musst Dich untergliedern, an Vorgaben halten und bist diesbezüglich natürlich eingeschränkt. Das muss natürlich kein Nachteil sein, ich kann mir aber durchaus vorstellen, dass das einige Spieler durchaus stören könnte.

Weiterhin ist auch die Konsistenz des Hintergrundes ein Problem, denn wie sagt man so schön? Viele Köche verderben den Brei. Auch bei Ideen kann das so sein, wenn eine Idee nämlich gelebt wird, kann sich durchaus auch mal verändert und abgewandelt werden. Grade bei einem sehr bekannten Hintergrund kann das auffallen und zu Problemen führen. Ein kleines Beispiel – Tolkiens Elben, wir wissen aus Herr der Ringe, dass es mehrere Zeitalter gibt. Was passiert also, wenn ein Elb aus dem 1. und dem 3. Zeitalter aufeinandertreffen? Treffen der Generationen ?!

Oder Vielleicht will ja auch der Erfinder eines Hintergrundes nicht, dass Deine Siedlung irgendwo in seinen Landen steht?

Meine Meinung

Ich persönlich kann verstehen wenn Spieler nicht hunderte neuer Hintergrundländer gebrauchen können und es auch sehr nützlich sein kann, einen bereits bestehenden Hintergrund zu bespielen. Jedoch würde ich es nicht im Vornherein ablehnen, wenn sich jemand ein eigenes Land erschaffen will. Und wenn es wirklich Spieler gibt, die sich OT – begründet nicht die Geschichten anderer Spieler anhören wollen, dann hat man vielleicht eine andere Einstellung zum LARP, da gerade meiner Meinung nach der Hintergrund eines Charakters und dessen Herkunft enorm wichtig für dessen Struktur und Ausprägung ist.

Fazit

Muss ein eigenes Land für einen Spieler oder auch eine Spielergruppe sein? Auf keinen Fall! Es ist ebenso sinnvoll sich anderswo anzuschließen, jedoch spricht auch nichts dagegen die eigene Fantasie zu benutzen, sofern man das möchte.

So far –  euer Cyrus



Kategorien: Allgemein, Charaktertipps

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