Dein Start ins Larp

Der Blog für Larper, Anfänger und Fantasyfans

Cyrus Am 9. - April - 2013

Wer kennt das nicht? Man möchte im LARP gern gegen den Strom schwimmen und etwas besonderes sein. Man ist super kreativ und strotzt nur so vor lauter guten Ideen. Doch ist es Dir schon mal passiert, dass Deine tollen Ideen von anderen Leuten als nicht so klasse bewertet wurden? Dann solltest Du vielleicht einmal überlegen, dass nicht jeder Geistesblitz auch gleich eine geniale Idee bedeuten muss.

Eine „gute Idee“ im LARP – oder auch nicht

Was ist eigentlich eine gute Idee? Was ist eigentlich „gut“ ? Das klingt jetzt wie das Gequatsche eines Philosophen? Da hast Du vielleicht gar nicht mal so unrecht, aber es geht in erster Linie um Wahrnehmung, Wirkung und Reaktion. Es geht um das, was Dein Umfeld wahrnimmt, wie Du auf Andere wirkst und wie Du auf das Alles am Ende reagierst. Denn manchmal muss man auch mal zugeben, dass man sich irrt und eine Idee vielleicht doch nicht so gut ist. Hast Du nicht auch schon miterlebt wie Menschen etwas getan haben und sich total toll fühlten, Du Dir aber genau das Gegenteil gedacht hast?

Eigene Ideen und Individualismus fürs LARP

Eigene Ideen sind das Mittel, welches LARP kreativ und vor allem auch aufregend macht. Doch bei jeder Idee sollte man sich immer ganz genau fragen, ob man wirklich das Richtige tut. Denn es kann auch durchaus passieren, dass man sich in seiner Idee total verrennt und etwas schafft, dass nicht wirklich LARP – tauglich ist. Wenn Du schon mal auf einem Großcon wie das ConQuest oder das Drachenfest warst, wirst Du bestimmt schon mal den einen oder anderen LARP – Charakter gesehen haben, wo Dir durch den Kopf ging „was hat er sich dabei nur gedacht?!“, die Antwort darauf ist ganz einfach, er dachte es sei eine verdammt gute Idee! Du siehst also, dass man sich nicht unbedingt immer auf sich selbst verlassen kann, denn schließlich kann sich jeder mal irren, also warum nicht auch Du?

Doch keine so gute LARP – Idee?

Du hast Dein Konzept also ausgearbeitet und bist total zufrieden. Deine Idee vom Tageslicht – Vampir, der gegen seine Artgenossen und für das gute kämpft oder vielleicht ja auch der gute Halbdämon der auf der Suche nach seinem bösen Vater ist um ihn zu vernichten. Deine Charaktergeschichte ist lang und liest sich wie ein guter Fantasyroman, was kann jetzt noch schief gehen? Die Antwort ist sehr simpel – die Reaktion Deiner Mitspieler. Natürlich solltest Du Dich nicht vollkommen nach anderen Spielern richten, immerhin ist es Dein Charakter, aber bedenke Folgendes: Deine Mitspieler spielen mit Dir und Du mit Ihnen, Du bist also schon in gewisser Weise von ihrem „Wohlwollen“ abhängig, denn es gibt viele Spieler, die die oben genannten Charakterkonzepte ablehnen und Solche sogar ignorieren.

Hilfe für Dich

Wie kannst Du jetzt sicher gehen, dass Deine Idee wirklich so gut ist, wie Du denkst? Nun ja, die Lösung ist relativ einfach: teile Deine Idee mit ein paar Freunden und Bekannten und schau wie sie darauf reagieren. Denn Deine Freunde können aus einem anderen Blickwinkel auf Deine Gedanken blicken und eventuell Fehler, Stolperstellen oder unentdecktes Potential finden. Hier ist also der Vorteil, dass sich andere Menschen mit Deiner Idee beschäftigen und Dir ihr Feedback unterbreiten. Du solltest jedoch nicht nur Deine allerbesten Freunde um eine Einschätzung bitten, auch andere bekannte LARPer sind von Vorteil, je unterschiedlicher die Geschmäcker sind die Dir Rückmeldung geben, umso mehr Meinungen sagen Dir, wo Schwachstellen in Deinem Konzept sind.

Kritik im LARP

Du hast also eine richtig tolle Idee gehabt, sie Deinen Bekannten und Freunden vorgestellt und jetzt kommen deren Rückmeldungen, die leider gar nicht so positiv sind, wie Du das erhofft hast, was jetzt? Zu erst solltest Du ruhig bleiben und die Rückmeldungen Deiner Freunde aufmerksam anhören. Gerade wenn sich deren Eindrücke und Meinung von Deiner grundlegend unterscheiden, solltest Du nicht auf stur schalten. Denn Deine Freunde geben Dir grade ihre wahre Meinung wieder und bewahren Dich vielleicht davor viel Energie und Geld in eine dumme Idee zu stecken oder Dich gar lächerlich zu machen. Kritik ist also nicht schlecht, sie hilft Dir sogar Deine Idee zu verbessern!

Überlege mal, wie oft hast Du schon mal etwas gesehen und Dir gedacht: Das hätte ich besser so und so gemacht? Stell Dir vor Dich erlebt man bei etwas und jemand denkt sich das, hättest Du das vielleicht vorher gern gewusst, dann hättest Du das glatt vermeiden können.

Den schlimmsten Fehler den Du machen kannst ist, dass Du Fehler die man Dir aufzeigt nicht anhörst und Alles abschmetterst. Denn wie Du vielleicht gemerkt hast, muss Kritik nicht schlecht sein und kann Dir sogar helfen. Natürlich – ein bloßes „so n Scheiß“ oder „das ist Mist“ hilft Dir herzlich wenig. Daher frage explizit nach Schwächen, was genau und warum Deinen Freunden nicht gefällt.

Natürlich solltest Du Dich nicht von jeder Kritik entmutigen lassen, denn Du musst natürlich nicht jedem Geschmack entsprechen. Jedoch ist es nie falsch andere Leute zu fragen und eine eigene Idee bewerten zu lassen.

Fazit

Egal wie gut man eine Idee findet, man sollte sich niemals zu sicher sein, denn Irren ist immerhin menschlich. Doch viele Menschen gehen nicht gut mit Kritik um, verstehen es als persönlichen Angriff und machen dicht. Doch das ist nicht der richtige Weg, ich hoffe ich konnte Dir das gut verständlich machen.

So far – euer Cyrus



Kategorien: Allgemein

3 Antworten bis jetzt.

  1. Nils sagt:

    Hey Cyrus,
    Ich hatte vorhin schonmal einen ziehmlich langen Kommentar geschrieben aber irgendwie ist er nicht mehr da. Das ist merkwürdig aber naja. Falls er unter einem anderen Artikel steht und ich mich hier geirrt habe dann tut es mir leid (bei den neusten Kommentaren hat es meinen aber auch nicht angezeigt) Naja dann der 2. Versuch.
    Also zu mir: Ich bin 14 Jahre alt und das größte Glückwar das ich vor 2 Jahren von Larp erfahren habe, dann hab ichs mir mal genauer angeschaut und fand sofort Begeisterung daran, ich habe mich schlau gemacht, habe Videos angeschaut und hab Texte über Larp gelesen, denn ich wollte umbedingt mehr davon erfahren. Ich stöberte herum und fand ein Video von dem Conquest of Mythodeo 2012 auf dem Blog hier (dem Video of the Day seit 1 1/2 Jahren :D). Das fande ich so geniel das ich auch unbedingt larpen wollte doch es fehlt mir an so manchen Sachen:
    1. Finanzen (da man ja noch keine Arbeit hat ist es schwer das ganze zu finanzieren)
    2. Wahrnehmung/Übereifer (siehe “Ich bin ein Held – worauf jugendliche Larper achten sollten) (als jüngerer will man doch eher andere Beeindrucken, hat man dazu aber nicht die Mittel wird es nicht toll sondern eher unschön) aber naja jeder kennt es Jugendlich zu sein
    3. Ernsthaftigkeit (will man bspw. als Krieger angenommen werden und gut rüberkommen muss man natürlich halbwegs glaubhaft rüberkommen und ein 14 Jähriger der in einer abgewrackten Lederrüstung steckt die ihm meilenweit zu groß ist, ist natürlich keine Imposante erscheinung) und im Larpgeschehen braucht man doch eine gewisse Ernsthaftigkeit um nicht rausgeschmissen zu werden
    Tja, also vor 2 Jahren entdeckte ich Larp durch diesen Blog hier und ich muss sagen obwohl ich es noch nie praktiert habe will ich es nicht mehr missen. Ich schaute mir damals viele videos an um mich zum Mindest minimal in das Feeling reinzuversetzen aber in wirklichkeit ist es bestimmt 100 mal besser das Feeling und wollte umbedingt alles über Larp wissen. Ich nahm so viele Informationen wie möglich in mich auch und als dann mein schon ein bisschen älterer Freund mit seiner Pfadfindergruppe Larp-Schwerter baute (ich bin leider keiner der Pfadfinder) und er sie mal mitbrachte und wir und damit ein bisscdhen auf uns eindroschen wollte ich das natürlich viel öfters tun und auch mal richtig (professionell) aber naja damit muss ich leider noch warten bis ich etwas älter bin :) aber ich werde mir das Warten durch deinen Blog versüßen :D also mache ihn bitte weiter und hör nicht auf ;)
    Nils

    • Cyrus sagt:

      Hallo Nils,
      ich hab jetzt ne ganze Weile überlegt wie ich Dir hier am besten Antworte. Es ist schön zu hören dass tatsächlich jemand über diesen Blog aufs Larp aufmerksam geworden ist, schön wenn sich das hier doch bezahlt macht :)

      Zu Deinen “Problemen:
      Du siehst das VIEL zu ernst. Alles :)
      Wenn Du gleich einen “erwachsenen” Charakter spielen willst, dann bist Du natürlich echt aufgeschmissen, denn es wird niemanden einen 14 – Jährigen als Krieger wahrnehmen, oder Erzmagus, Paladin, was auch immer. Aber DAFÜR hast Du einen Vorteil, Du kannst vollkommen überzeugend einen Lehrling spielen, in so ziemlich JEDEM Charkonzept was ich kenne. Alchemisten, Krieger, Magier, Waldläufer, Paladine und was nicht sonst noch alles, all diese Charaktere mussten sich ihren Status ja erst mal erarbeiten. Man kann ja nicht einfach so n Schwert richtig schwingen und der Elementar beschwört sich auch nicht einfach so. Man muss ja IT seine Fähigkeiten erarbeiten, das kannst DU ja auch direkt ausspielen. Such Dir einen “Ausbilder/Lehrmeister” und schwupp di Wupp bist Du ein Krieger in Ausbildung. Und hey, dann glaubt man Dir das auch, gerade WENN DU noch jünger bist kannst Du sowas viel besser rüberbringen als ein 30 Jähriger Kerl mit Muskelbergen ohne Ende.

      Was das “Beeindrucken” angeht – da musst Du prinzipiell unterscheiden: willst Du IT oder OT beeindrucken? IT kann man natürlich Leute mit seinen “Taten” versuchen zu beeindrucken, aber denke immer daran, dass ist nur ein Spiel. Man kann ja auch nur mäßig andere beeindrucken wenn man ein Computerspiel spielt, oder? Wenn Du Deine Mitspieler aber OT beeindrucken willst, also in der Realität, dann solltest Du Dir klar werden dass eine gutgespielte Rolle das viel eher schafft als wenn man den Obernsc mit seinem Schwert und total schlecht ausgespielten Kampfeinlagen niederknüppelt. Ein Knappe (Du hattest ja vorhin das Kriegerbeispiel) der seinen Ausbilder stets begleitet, zu seiner rechten Hand wird und vielleicht ja auch dann seinen Tod miterlebt und noch den Auftrag bekommt seine letzten Worte an seinen besten Freund zu überbringen wird definitiv einen viel besseren Anblick vermitteln als ein 14-jähriger der damit prahlt wie viele Orks er schon erschlagen hat. Außerdem wirst Du durch einen Lehrmeister automatisch auch mit in Abenteuer reingezogen die Du sonst niemals im Larp erlebt hättest, einfach weil man allein als Teenie da nicht so gut ran kommt.

      Noch einen Tip als letztes: als erstes Con solltest Du Dir nicht gleich eines der Großcons geben, das kann ich Dir aus Erfahrung sagen.

      Grüße,Cyrus

  2. Meepit sagt:

    Ich muss zugeben, dass ich selber mit LARP eigentlich garnichts am Hut habe, es aber doch irgendwie immer wieder spannend finde was andere darüber zu berichten haben und auch gerne mal selbstgebaute Rüstungen bewundere. Leider bin ich selbst wohl viel zu schüchtern und keine geborene Improvisations-Schauspielerin. Trotzdem, toller Blog und ich denke ich werde mich hier noch ein wenig umschauen :)

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