Dein Start ins Larp

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Cyrus Am 5. - März - 2013

Dieser Film existiert schon eine ganze Weile und nun ist die Zeit gekommen, an dem hier eine Rezension erscheint. Dieser Film ist  ein reiner Spielfilm, keine Dokumentation wie sonst eher gewohnt, wenn es einen Film gibt, bei dem es um LARP geht. Hierbei spielt sich die Handlung in einem kleinen Personenkreis ab, welche aber nicht nur auf Con, sondern auch in Realität beleuchtet werden. So dreht sich die Handlung auch gleichzeitig um das Verhältnis der Personen zueinander, ihre Träume, Wünsche und Ängste so wie das LARP.

The Wild Hunt – ein LARP – Film

Bei diesem Film geht es um zwei Brüder, eine Frau, eine Affaire und um verschiedene Lebensansichten. Im Mittelpunkt steht Eric, einer der beiden Brüder welcher sich um den dementen Vater kümmert. Er ist zuverlässig, vertrauenswürdig aber auch spießig und ohne wirkliche Lebensfreude. Sein Bruder Björn ist das genaue Gegenteil, er ist begeisterter LARPER, verträumt aber auch ein Herumtreiber und alles  Andere als verlässlich oder fürsorglich in Hinblick auf den Vater. Weiterhin gibt es noch Erics Freundin Lynn, welche von Björn auf ihr erstes Con mitgenommen wird, anscheinend ganz ohne Vorbereitung. Dort spielt sie eine Wikingerprinzessin und wird prompt von den Bösen, den Truppen des Schamanen Murtagh, gefangen genommen. Eben jener Murtagh übt eine ungeheure Anziehung aus und so entwickelt sich zwischen den Beiden eine Affaire, von der Lynns Freund aber Anfangs noch gar nichts weiß.

Während Lynn auf Con ist, ruft Björn bei seinem Bruder an, weil er seine LARP Waffe zu Hause vergessen hatte, auf Erics Fragen in Bezug auf seine Freundin kann er aber keine genauen Antworten geben. Als dann auch noch Björns Freund bei Eric zu Hause auftaucht um den besagten Hammer abzuholen, kann sich Eric nicht zurückhalten und fragt diesen ebenfalls nach seiner Freundin. Doch auch dieser kann keine genaue Aussage zum Verbleib von Lynn machen, faselt nur etwas von Gerüchten über Mädchen, die gegen Spielgeld Sex mit LARPern haben. Da reißt bei Eric der Gedultsfaden und er macht sich auf in Richtung Congelände, um seine Freundin selbst zu suchen.

Auf dem Congelände angekommen muss Eric erst mal mit einigen Schwierigkeiten kämpfen, wie beispielsweise einer Gewandung um sich auf dem Congelände bewegen zu können. Mit Hilfe einer Spielleitung findet er seine Freundin bei Murthags Leuten, jedoch ist diese überhaupt nicht erfreut ihn zu sehen. Als sie nicht mit ihm reden will, verjagen ihn Murthag und dessen Männer von dessen Lagerplatz. Im Anschluss sitzt Eric mit seinem Bruder Björn in einer Taverne und bemitleidet sich selbst, als dessem Bruder die rettende Idee kommt: sie retten einfach die Prinzessin! Was anfangs Eric nicht wirklich überzeugt, gelingt schließlich und Eric und Lynn können sich aussprechen und wieder vertragen. Lynn serviert Murthag ab und beide wollen das Gelände verlassen – das könnte also ein ganz schönes Ende nehmen, oder? Jedoch ist der Film hier noch nicht vorbei, denn jetzt überschlagen sich die Ereignisse. Lynn wird abermals entführt, dieses Mal jedoch OT, ein Spieler findet den Tod und die Spieler rund um Murthag beginnen durchzudrehen. Sie verbrennen ihre Teilnehmerkarten und begeben sich zur IT – Stadt und gehen auf andere Spieler los, bei dieser OT – Gelegenheit kommen Steine und spitze Gegenstände gegen die anderen Larper zum Einsatz, welche gar nicht wissen, wie ihnen geschieht. Bei diesen realen Kämpfen kommt auch Eric ums Leben, der Film endet in einem fürchterlichen Chaos und es offenbahrt sich das Ende eines Dramas.

 

The Wild Hunt – Positives

Viele Aspekte in diesem Film werden den erfahrenen LARPER schmunzeln lassen, Bierdosen die hier und da herumstehen, Regeldiskussionen mittem im Spiel, Pfeifen die im normalen Leben nichts auf die Reihe bekommen und sich aufspielen, die Macher dieses Films haben wirklich einige Bestandteile, welche auf so ziemlich jedem Con geschehen eingefangen und geschickt in ihr Werk eingebaut. Man bekommt ein Gefühl dafür, dass man auf Larp spielt aber auch immer mal ein Auge zudrückt, wenn die “Kulisse” des Spiels einmal nicht mehr so perfekt ist. Auch die Darstellung des Menschen hinter dem schaumstoffschwertschwingenden LARPERs zeigt auf, dass total verschiedene Menschen sich auf solchen Veranstaltungen treffen um dort Spaß zu haben, jeder irgendwie für sich aber doch auch Alle gemeinsam. Ebenso merkt man die Organisation hinter diesen Veranstaltungen, beispielsweise die Spielleitungen oder die Menschen im Check IN.

 

The Wild Hunt – Negatives

Wie immer gibt es aber nicht nur positive Aspekte an einem Film, auch das Negative muss bedacht werden, in diesem Fall überwiegen diese, zumindest meiner Meinung nach. Eines meiner größten Probleme, welches ich an der Handlung des Filmes habe ist die Tatsache, dass viele Menschen in diesem Drama dargestellt werden, die mit ihrem Leben nicht klar kommen und Larp nutzen um vor dem Alltag zu fliehen.  Und da sage ich, dass ich nicht möchte, dass andere Menschen solch ein Bild von mir bekommen. Denn auch wenn ich es durchaus genieße einmal ein paar Tage Ruhe von Arbeit und Studium zu haben, ich flüchte nicht davor und vergesse auch nie was real ist und was nicht.

Auch der dramatische Höhepunkt: LARPER drehen durch und bringen andere LARPER um – was zur Hölle? Ich betreibe dieses Hobby schon seit knapp 10 Jahren und ich hab bisher noch nie eine OT – Handgreiflichkeit auf einer Con erlebt, geschweige denn Mord oder Totschlag. Jedoch ist genau das eines der Klischees welches Eltern von minderjährigen LARPERn Angst macht, ihr Kind auf ein Con zu lassen, wir könnten ja Alles Mörder und Schwachsinnige sein. Mir ist klar, dass ein Drama etwas braucht, was es zum Drama macht, aber musste es wirklich auf diese Art und Weise geschehen? Mir fehlt ein kleine Einblendung am Anfang des Films, dass Alles frei erfunden ist und folgende Handlungen bisher noch auf keiner Veranstaltung geschehen ist.

 

Fazit zu: The Wild Hunt

Dieser Film hat positive und negative Seiten und wenn man sich diesen Film als LARPER anschaut kann man durchaus einen unterhaltsamen Abend genießen. Jedoch könnten Nicht – LARPER hier einige Annahmen entwickeln, welche ihnen ein falsches Bild vom LARP vermitteln. Hier müsste definitiv Aufklärungsarbeit erfolgen, zumindest meiner Meinung nach.

So far – euer Cyrus



Eine Antwort bis jetzt.

  1. Wave sagt:

    Kann mich dir da zum Großteil anschließen.
    Habe den Film damals nach meinem 2. Con gesehen und ich hatte so ne Heidenangst auf die nächste Con zu fahren, dass ich überlegt habe wieder abzusagen und mich Krank zu melden…
    Es müsste meiner Meinung nach am Anfang auch irgendwas kommen. So in Form eines fetten roten Banners, auf dem Steht: So etwas gibt es in der Realität definitiv NICHT!!!!!!
    Bis zu diesem “Umschwung” war der Film aber superklasse, es hat Spaß gemacht ihn zu schauen und das Gelände hat mir auch gut gefallen!!

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