Dein Start ins Larp

Der Blog für Larper, Anfänger und Fantasyfans

Cyrus Am 16. - Januar - 2013

Wir leben in einem medialen Zeitalter, welches immer stärker von gegenseitiger Vernetzung und Nutzung von Informationsdiensten beherrscht wird. Wo es früher jedoch eher schwer war ohne größeren Aufwand in einem oder gar mehreren dieser Massenmedien zu landen, ist das heutzutage anders. Doch was bedeutet das für das LARP?

 

LARP und die Öffentlichkeitsarbeit

Jeder, der eine Leidenschaft verfolgt kennt den Reiz auch andere Menschen diese Leidenschaft näher zu bringen, vielleicht sogar selbst dieser Leidenschaft anheim fallen zu lassen. Andere Menschen zu requirieren kann aber auch gewollt und nötig sein, wenn man beispielsweise Mitstreiter zur Verstärkung eines Projektes sucht. Vielleicht hat man ja auch eine gewisse Gewinnabsicht und möchte eine Veranstaltung publik machen, um die Anzahl der Teilnehmer zu erhöhen.

Jedes dieser eben beschriebenen Motivationen kann auch auf den gemeinen Larper zutreffen, egal ob er jedes Wochenende auf einer anderen Con ist, eine eigene Larpgruppe hat oder auch selbst LARP Cons veranstaltet. Das ist auch gar nicht schlimm, denn es ist ja nicht schlecht, über eigene Projekte zu informieren oder neue Leute für bestimmte Projekte zu gewinnen, problematisch wird bloß, wenn man über Massenmedien wie Radio, Zeitung oder auch Fernsehen in Kontakt kommt. Denn bei einem ungewöhnlichem Hobby wie LARP kann eine Berichtserstattung, welche im besten Sinne gedacht war auch ganz schnell übel enden.

 

Problem: Massenmedium und LARP

Es mag vielleicht nicht schön sein an negative Seiten der Berichtserstattung zu denken, gerade wenn man von einem Fernsehteam oder einem Reporter angesprochen wird. Doch Dir sollte immer klar sein, dass Du bei einem Kontakt mit der Presse oder dem Fernsehen auch ganz schnell in ein schlechtes Licht gerückt werden kannst. Das kann vom einfachen Nerd bis hin zum gewalttätigen Soziopathen gehen, je nach dem wie die Berichtserstattung eben erfolgen soll. Man erinnere sich nur einmal an den RTL-Bericht über die GamesCOM 2011, da hat es zwar die Gamer getroffen, aber das soll auch nur ein absolut mahnendes Beispiel sein, was im schlimmsten Fall der Fälle passieren könnte.

Die großen Probleme in solchen Situationen sind meiner Meinung nach:

– Fehlinterpretation

– unzureichende Erklärung

 

Fehlinterpretation

Du kennst das vielleicht selber, irgendjemand teilt Dir etwas mit und Du verstehst es ganz anders, als es eigentlich gemeint war. So etwas kann jedem passieren, natürlich auch einem Reporter oder Redakteur. Besonders problematisch ist die Informationsübermittlung via Mail, denn bei der Wahrnehmung von Information können wir Menschen auf 3 Faktoren zurückgreifen: Mimik, Tonfall und Reininformation. Die Reininformation ist augenscheinlich das Wichtigste, denn immerhin ist es ja das, worum es geht. Jedoch sollte Mimik und Gestik niemals unterschätzt werden, denn damit kannst Du einer Information eine Gewichtung geben, beispielsweise ob etwas lustig, sarkastisch oder traurig ausgedrückt sein soll. Bei einem reinen Text fehlt das jedoch.

 

unzureichende Erklärung

Man kennt es vielleicht, man ist schon ewig mit einer Thematik vertraut und dann fragt jemand der dieses Themenfeld gerade erst kennengelernt hat nach irgendwelchen Grundlagen. Man selbst erklärt die Frage, allerdings kann es sein, dass man Aufgrund des eigenen Wissens nicht tiefgründig genug geht, oder Wissen als selbstverständlich voraussetzt und nicht alle nötigen Fakten erklärt. Beim LARP kann das natürlich auch passieren, für viele Larper sind beispielsweise Begriffe wie ORGA, SC, NSC, CON oder SL so selbstverständlich, dass diese einfach ohne Erklärung genutzt werden, wenn nicht larpende Menschen eine Frage haben. Durch solche unzureichende Erklärung kann es natürlich zu Missverständnissen kommen.

 

Tipps für Umgang mit der Presse im LARP

Wenn Du nun mit der Presse oder dem Fernsehen in Kontakt kommst, solltest Du nicht einfach drauf los schwatzen, sondern Dir im Kopf ernsthafte Gedanken machen. Denn immerhin sprichst Du gleich nicht nur für Dich, sondern für eine ganze Szene und wer weiß wie viele Menschen werden das vernehmen. Wann lohnt es sich mehr genau zu überlegen, was man gleich sagt als unter solchen Umständen?

Für Orgas, Gruppen die öfters auf Märkten oder Messen unterwegs sind oder sonstige Veranstalter könnte eine sogenannte Pressemappe sehr hilfreich sein. In solch einer Pressemappe stehen zusammengetragene Informationen, welche man Reportern einfach aushändigen kann. Solch eine Mappe hat den Vorteil, dass sie daheim zusammengestellt werden kann, von mehreren Personen und unter keinerlei Zeitdruck. Dafür hat man dann bei Bedarf bestens formulierte Informationen zur Hand.

Es ist übrigens auch immer empfehlenswert, die gewünschte Information, mit der man an die Öffentlichkeit gehen will, von befreundeten Nicht – Larpern beurteilen zu lassen. Diese werden den Text unter ganz anderen Gesichtspunkten wahrnehmen als Du oder andere Larper und können Missverständnisse erkennen, die andere Menschen, welche ebenfalls nicht larpen vielleicht falsch verstehen könnten. Hier kannst Du dann nacharbeiten.

Außerdem solltest Du niemals zu viele Informationen auf einmal vermitteln, denn das könnte Zuhörer vielleicht verwirren, einfach weil es zu viel Input ist. Das kann passieren, wenn man grade enthusiastisch von der letzten Heldentat erzählt, die man auf der letzten Con vollbracht hat.

Weiterhin kannst Du auch einfach einmal nachfragen, ob Du den Bericht vor der Veröffentlichung noch einmal begutachten und vielleicht korrigieren könntest. Da kannst Du sicher sein, dass Du noch einmal überprüfen kannst, bevor es der Welt präsentiert wird.

Als letztes bleibt noch zu sagen, dass Du Dir bei Unsicherheiten oder einem schlechten Gefühl überlegen solltest, auf einen Bericht im Fernsehen oder in der Presse vielleicht lieber verzichten solltest. Denn immerhin könntest Du auch am Ende sehr negativ dargestellt werden, nicht nur unser Hobby.

 

Fazit

Die Berichtserstattung und LARP, ein Thema was immer wieder schwierig ist. Mittlerweile kann man sagen, dass man auf die Presse nicht mehr verzichten kann, aber man sollte niemals blauäugig mit solch einem Thema umgehen. Wenn Du selbst einmal Probleme solcher Art hast, darfst Du Dich gern bei uns melden, wir haben einige Erfahrung im Umgang mit den Medien und helfen Dir gern weiter.

Was denkst Du? Hattest Du schon mal Kontakt mit Presse und Fernsehen in Bezug auf LARP? Ging das gut aus oder hast Du Dir danach gewünscht es lieber nicht gemacht zu haben?

 

So far,

euer Cyrus



Kategorien: Allgemein

Eine Antwort bis jetzt.

  1. Boolk sagt:

    Hallo Cyrus,
    bin erst letzte Woche über deinen Blog gestolpert. Wie kann es sein, dass ich diesen übersehen habe.
    Deinem Aufruf folgend, Anekdoten über eigene Erfahrungen mit Pressearbeit zu erzählen, hätte ich diesen Blogeintrag. Ist zwar auf Englisch, aber das sollte kein Problem für dich und deine Leser sein.

    http://bienia.wordpress.com/2012/04/27/solmukohta-special-visibility/

    Besten Gruß,
    ein neuer Leser

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