Dein Start ins Larp

Der Blog für Larper, Anfänger und Fantasyfans

Cyrus Am 2. - Januar - 2013

Wir alle kennen und lieben sie, die Hintergründe anderer Welten. Egal ob es sich um fantastische Schlachten, futuristische Weltraummissionen oder flippigen Maschinen aus dem Steampunk handelt, das ist der Stoff aus dem Geschichten und Ideen entstehen, natürlich auch fürs Larp. Doch wie viel Einfluss vorhandener Hintergründe wie Herr der Ringe, Harry Potter oder Games of Thrones braucht ein Larpcharakter oder gar ein ganzes Con?

 

 Fremdhintergründe auf dem Vormarsch im Larp

In den letzten Jahren ist gerade im Fantasy – Genre viel geschehen. Der große Vorreiter „Herr der Ringe“ prägte die Larp – Welt nachhaltig, gerade Elfenspieler, die man meist nur noch Elben nennen darf, orientieren sich sehr oft an Tolkiens Werken. Doch auch andere Hintergründe haben ihren Weg in unser Hobby gefunden, sei es nun „Das Schwert der Wahrheit“ oder auch Games of Thrones, welches zu einer der beliebtesten Fantasy – Sendungen geworden ist. Auch Computerspiele scheinen genug Stoff für Charaktere zu geben, zumindest findet man grade auf großen Cons immer öfters „Blutelfen“ oder Trolle, welche denen aus einem weit verbreiteten MMORPG stark ähneln.

 

Larp – Hintergrund adaptieren oder selbst ausdenken?

Die Frage ist nun wie viel nachempfundenen Hintergrund ein Charakter nun braucht. Ich muss ehrlich sagen, dass es mich etwas stört, dauernd irgendwelche Hintergrundstories IT zu hören und mir zu denken „na, zu viel XXX gelesen, was?“. Doch nicht nur bei der Charaktergeschichte wird es offensichtlich, dass Inspiration bei den Massenmedien gesucht wird, auch bei den Gewandungen ist dies erkennbar. Vereinzelt sieht man einen Altair oder auch diese Umhänge mit der Kreuz-Befestigung und einem Tierfell am Kragen, welche seid dem Serienstart von Games of Thrones scheinbar sehr populär geworden sind.

Doch wo ist da die Kreativität geblieben? Das Eigenständige? Natürlich ist es nicht unsinnig sich intensiv bei bekannten Hintergründen zu bedienen, denn was jeder kennt, kann von jedem bespielt werden. Man kommt also quasi „auf einen Nenner“ und findet so eine gemeinsame Basis für ein gemeinsames Spiel. So weit so gut, aber irgendwann wird es eben monoton, wenn alle Elben wie aus Herr der Ringe aussehen, oder?

Auf der anderen Seite stehen die absoluten Individualisten, welche sich wirklich jedes Quäntchen ihres Charakters und dessen Herkunft selbst ausgedacht haben. Das erinnert die alten Hasen unter uns an „früher“. Alles selbst ausgedacht und nicht abgeschaut. Doch auch das ist nicht unbedingt das Gelbe vom Ei, denn ein so unbekannter Hintergrund muss anderen Spielern erst einmal IT nahe gebracht werden. Wobei das guten Stoff für gemütliche Tavernenabende liefern kann.

Doch seien wir einmal ehrlich – es ist mittlerweile so gut wie unmöglich wirklich einzigartige Hintergründe zu schaffen, die noch nie von einem anderen Verstand erdacht wurden sind. Bei mehr als 6 Milliarden Menschen auf unserem Planeten und dem Internet scheint es kaum noch wahre Einzigartigkeit zu geben. Aber das muss auch nicht schlimm sein. Denn wo ist den das Problem, wenn man bestehende Konzepte adaptiert und für sich selbst nutzt?

 

Selbsterdacht, abgeguckt oder Kompromiss?

Das ist die Frage aller Fragen. Doch die Antwort muss natürlich jeder Spieler für sich selbst finden, denn immerhin muss jeder Spieler mit seinem Charakter glücklich werden. Und eine gut dargestellte Gruppe aus Palastwachen von Gondor kann genau so eindrucksvoll sein, wie ein Magierzirkel aus irgendeinem selbst kreierten Fantasy – Land. Wichtig ist, das Spielkonzept so zu kreieren, dass man mit anderen Spielern und natürlich auch den NSCs zusammen spielen kann.

Bei der Gewandung kann man stark von heutigen Filmen und Spielen profitieren, denn als Inspirationsquelle sind diese definitiv nützlich. Es ist ja auch etwas Anderes, ob man sich lediglich ein paar Ideen holt oder Konzepte 1 zu 1 nacharbeitet.

 

 Fazit

Ich bin kein Freund von eindeutigen, allgemeingültigen Aussagen. Mir ist es im Larp relativ egal ob eine Gewandung oder ein Hintergrund kopiert oder selbst ausgedacht wurden. Mir persönlich ist es wichtig, dass ich einen Ansatzpunkt finde, mit dem ich spielen kann, Spaß haben kann. Wenn ein Konzept also so aufgebaut ist, dass ich mich auch als Charakter aus einem anderen Hintergrund einfinden und „anbeißen“ kann, dann bin ich, für meinen Teil zufrieden.

Wie seht ihr das?

 

So far,

euer Cyrus



Kategorien: Allgemein

Eine Antwort bis jetzt.

  1. Tasos sagt:

    Hallo Cyrus!
    Du hast da ein interessantes Thema aufgegriffen. Sicherlich gibt es Pro- und Contrameinungen zu einer starken Anlehung des eigenen Charakters an Hintergründe aus Filmen und Spielen. Meine Meinung ist Deiner ähnlich: Larp spielt man zum Spass und wenn die dargestellten Charaktere das Spiel bereichern, dann ist das super. Etwas schade finde ich allerdings dann manchmal die Tatsache, dass die angesprochenen Hintergründe dazu führen, dass sich die Spieler teilweise keine eigenen Gedanken mehr machen… wenn man auf dem CoM unterwegs ist, dann denke ich doch realtiv oft… “Jack Sparrow, Jack Sparrow, Jack Sparrow, Gimmli, Legolas, Legolas, ‘Jack Sparrow….” … Ich glaube, Du weisst was ich meine, das ist irgendwie dann immer ein wenig irritierend…. Letztendlich muss das aber jeder selbst wissen, wie er den eigenen Charakter am liebsten spielen möchte :-)

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