Dein Start ins Larp

Der Blog für Larper, Anfänger und Fantasyfans

Cyrus Am 13. - Januar - 2012

Larp ist so im großen und ganzen ein Spiel. Wie jedes Spiel hat auch Larp wichtige, tragende Elemente welche das Spiel benötigt. Beim Mensch-ärger-Dich-nicht wären diese Elemente das Spielbrett, die Figuren, die Würfel und nicht zu vergessen: die Mitspieler. Larp ist natürlich wesentlich komplexer als ein Brettsiel, daher hat es auch viel mehr Komponenten. Eine davon ist das IT-Geld, mit welchem Du im Spiel einen massiven Einfluss ausüben kannst.

 

IT-Währungen im Larp

Larp_Geld_Feilschen_Muenzen_sma

Mit Mumien feilschen - ohne IT-Geld wäre diese Szene niemals möglich gewesen.

Je nach Larpgenre gibt es andere Währungen. Verständlicherweise handelt man in einer mittelalterlichen Fantasywelt mit etwas anderem als in einem StarWars – Universum. Da ich Großteils im Fantasy-Bereich unterwegs bin, werde ich mich auch nur darauf beschänken.

Im Fantasyuniversum hat sich großflächig ein Währingsmodell durchgesetzt. Es besteht aus 3 verschiedenen Werten: Gold, Silber und Kupfer – bekannt auch aus diversen Computerspielen und Fantasyfilmen. Auch wenn auf den meisten Cons sich diese 3 Werte durchgesetzt haben sind die Wertigkeiten alles andere als gleich. Auf einigen Cons besitzt eine Silbermünze den Wert von 10 Kupfermünzen und 10 Silbermünzen ergeben den Wert einer Goldmünze. Andere Cons wiederum haben ein 1:5 – Verhältnis (eine Goldmünze für 5 Silbermünzen und eine Silbemünze für 5 Kupfermünzen) und wiederum andere Cons kenne auch noch verschiedengruoße Münzen, so dass eine kleine Silbermünze weniger Wert hat als eine Große.

Oftmals ist den Spielern auch relativ egal, welches Währungsverhältnis das Con angibt und bringen ihre eigenen Vorstellungen mit. Dies führt nicht selten zu tollem Spiel zwischen Händlern, umgangssprachlich Feilschen genannt.

Es gibt auch Fantasycons, welche mit Papiergeld spielen, oder aber “Edelsteinen”, dargestellt durch diverse Plastikkristalle. Diese Darstellungen sind aber mittlerweile eine Minderheit und Du kannst davon ausgehen, dass Du mit Gold- ,Silber- und Kupfermünzen überall bezahlen kannst.

 

Der Wert von IT-Geld

Man sagt immer IT-Geld ist Spielgeld, das ist jedoch nur bedingt richtig. Laut meiner Ansicht hat Spielgeld keinen realen Wert – das ist bei den meisten Larpmünzen aber nicht der Fall. Larp-Geld wird nur in den seltesten Fällen von den Spielern selbst gemacht, sondern bei einem Händler gekauft. Wenn man jetzt sich einmal die Preise ansieht wird einem schnell bewusst, dass solch “Spielgeld” schon seine eigene OT-Wertigkeit besitzt.

Bei einer Spanne von 30 bis 45 Cent pro Münze überlegt man sich schon 2 mal, ob man nun sikch eine Münze für “Nichts” weggibt. Man muss ganz klar bedenken, dass solch IT-Geld doch auch einen OT-Wert besitzt, grade Spieler mit Diebescharakteren sollten das immer im Hinterkopf behalten.

Doch was macht man nun mit dem IT-Geld? Ist es wirklich so wichtig? Wozu braucht man denn schon IT-Geld im Spiel?

Ich hoffe einfach, dass sich niemand wirklich diese Fragen stellt. Denn man muss nureinmal kurz überlegen, wozu man Geld in einer mittelalterlichen Fantasywelt so gebrauchen könnte. Für Alle mit einer kleinen Denkblockade habe ich einfach mal ein paar Ideen zusammengefasst:

1. Waren kaufen – natürlich kosten auch die Dinge in der Fantasywelt etwas. Wenn Du von einem Alchemisten einen Trank haben möchtest, wirst Du diesen bezahlen müssen. So verhält es sich auch mit anderen Waren, rein IT gedacht, kostet ein bier meistens auch eine Kupfermünze. Stell Dir einfach einen Warenkreislauf vor, dieser muss Geld bekommen, damit er dieses an anderer Stelle wieder ausspucken kann.

Ein ganz simples Beispiel: Ein Krieger kauft für 5 Kupfer einen Trank bei bereits genannten Alchemisten. Dieser kann dadurch den Waldläufer bestimmte Kräuter abkaufen, welche er für einen neuen Trank braucht.Der Waldläufer wiederum geht damit zu dem Krieger vom Anfang zurück und kauf ihm eine Karte ab, welcher der Krieger gefunden hatte. So ist das Geld vom Anfang wieder bei seinem Besitzer angelangt und hat einiges an Spiel ermöglicht.Natürlich ist das ein sehr sinnbildliches Beispiel, aber ich hoffe es konnte Dir verdeutlichen, was ich mit Kreislauf meine.

2. Dienstleistungen kaufen – auch Dienstleistungen kosten Geld. Ein Söldner wird seine Dienste oder gar Leben nicht umsonst in Deinen Dienst stellen. Auch der Magier wird Dir wohl etwas abverlangen, wenn er eine Verzauberung für Dich tätigen soll.

3. Glücksspiel –  Was wäre ein Tavernenabend ohne etwas Glücksspiel? Gemütliches Würfeln oder eine Runde Kartenspiel? Der Reiz wird meistens mit Wetten, einem Einsatz ausgelöst, um den die einzelnen Spieler spielen. Hier ist IT-Geld eine sehr essentielle Komponente.

4. Überzeugungsarbeit/Angeberei – Du willst jemanden bestechen oder belohnen? Stell Dir einen König vor, der seine Diener nicht entlohnen könnte. Was wäre denn ein Spion, welcher sich keine Informationen erkaufen kann? Oder wie sollte man eine Wache schmieren, wenn es kein IT-Geld gäbe? Du siehst also, auch hier kann Geld sehr wichtig sein und vor allem Spiel erzeugen

 

Larp ohne IT-Geld?

Larp ohne IT-Geld geht natürlich auch, aber man kann auch Monopoly ohne Aktionskarten spielen – aber in beiden Fällen fehlt etwas. Es ist zwar nur “Beiwerk”, wie der schönen Schankmaid eine Münze als Trinkgeld hinzuschnippen oder vielleicht auch einem Bettler mal einen Kupfer zu geben. Aber ist Ambiente nicht auch genau das? Ein Geflächt aus Beiwerk, für das Larp an sich nicht notwendig – aber ungemein bereichernd.

 

Fazit

Meiner Meinung nach ist IT-Geld ein sehr wichtiger Faktor im Larp, der viele Spielansätze ermöglicht und Ambiente schafft. Doch ist es auch eine komplizierte Angelegenheit, denn hierbei handelt es sich nicht nur um Spielinhalte wie ein “Dienst”, wenn ein Söldner eine Weile jemanden begleitet. Wenn Du Deine eigene Meinung zu dem Thema hast, oder weißt wie das in anderen Genres gehändelt wird, dann schreib mir doch einen Kommentar.

Und wenn Du nicht weißt, woher Du Dir IT- Geld besorgen sollst, dann schau mal bei McOnis nach.

So far, euer Cyrus.



Kategorien: Allgemein

8 Antworten bis jetzt.

  1. Zeitzeugin sagt:

    Ist der Blog auf Eis gelegt?
    Der liest sich so gut und sieht auch noch echt klasse aus. Schade :)

    • Cyrus sagt:

      Ja, er liegt etwas auf Eis, aber die nächsten Wochen werden wir uns mal wieder darum kümmern, also keine Angst.

  2. Xardian sagt:

    … wie ist das bei Larp, wenn man in die Taverne geht, bezahlt man dann ausschließlich mit diesem Larpgeld oder kauft man das dann auch per echtgeld… wofür brauch man echtgeld im spiel, wenn man es überhaupt braucht?
    Ich lese gerade auch über die verpflegung im Larp, und es wäre ziemlich doof, wenn man sagt, ich kauf mir einfach alles da, das geht am schnellsten und macht am wenigsten Arbeit, man hat dann aber nur die Larp münzen, der enbieter verlangt aber euros!
    eine erläuterung dazu wäre recht nett, Danke!

    • Cyrus sagt:

      Nun ja, man muss da Trennen. Larpgeld ist Spielgeld, wenn Du also etwas im Spiel kaufen willst, das keinen tatsächlichen, realen Wert hat, dann geht das mit Larpgeld. Also wenn der Schmied etwas auf Deiner Rüstung rumhauen soll, damit die IT wieder als ganz gilt, oder Du vom Alchemisten einen Heiltrank kaufst.
      Wenn Du aber jetzt in die Taverne gehst, willst Du Essen und Trinken. Das sind reale Güter mit realem Wert, die ja der Veranstalter trägt. Diese Waren musst Du, wenn Du sie im Anspruch nehmen willst dann meist auch mit richtigem Geld bezahlen (manchmal gibts Vollverpflegung oder der Veranstalter stellt alkoholfreie Getränke oder sowas). Wenn Du also etwas reales haben willst, musst Du auch reales Geld dafür bezahlen.

      • Anatolij sagt:

        Wenn ich ergänzen darf:

        Viele Veranstalter geben mittlerweile Tavernenmarken in den unterschiedlichsten Formen aus, die man vorher ersteht.
        Das ging von kleinen Zetteln zum abhaken, runden Holzscheiben, bis hin zum guten alten Kerbholz.
        Gelegentlich gibt es auch Cons, wo vom Veranstalter eine eigene Währung ausgegeben wird, mit der man sich dann auch in der Taverne verköstigen kann … diese sind aber deutlich in der Unterzahl und meistens auch nur ein Konzept, damit sich die Spieler (auf Grund beschränkten Kapitals) nicht hemmungslos zulaufen lassen. ;)

        Die Tavernenmarken (je rustikaler, desto besser) finde ich eine gute Lösung, da ich es als Spieler als lästig empfinde 2 “Währungen” bzw. Geldbeutel mit mir rumzuschleppen.

  3. Larp Freak sagt:

    Hallo Zusammen,
    ich finde, dieses Doppelwährungsproblem ist schon irgendwie existent. Dabei wäre es doch echt schön, wenn man das Thema Larpgeld irgendwie noch viel aktiver spielen könnte. Wir spielen hin- und wieder mal LarpHändler und verschenken Kleinigkeiten dann meistens einfach, weil wir lieber spielen möchten. Schön wird das meiner Meinung nach im Phönixsystem gemacht: Da wird mit Geldscheinen gehandelt. Ist natürlich auf den ersten Blick nicht so schön wie hübsche Larpmünzen, allerdings ist mir das persönlcih viel lieber, als wenn die Spieler das Geld nicht ausgeben wollen, weil es real zu teuer ist…

    • Cyrus sagt:

      Ja, die Idee ist beim Phönix super, aber viele Spieler nehmen das nicht an. Es gibt sogar Spieler die meckern, wenn sie Fimo-Münzen bekommen, nur weil sie nicht klimpern…

      • Larp-Waffen.net sagt:

        Nunja, finde Fimomünzen auch nicht sooo berauschend. Kann schon irgendwie verstehen, wenn Spieler keine wirkliche Lust haben auf “modernes” Geldpapier, allerdings denke ich, das stellt einen guten Kompromiss dar. Letztendlich macht handeln auf dem Larp nämlich richtig viel Spass ;-) Eventuell müsste sich eine schlaue Orga mal etwas überlegen, das einerseits OT preiswert ist und IT trotzdem etwas an Ambiente hermacht ;-) Münzen sind ja leider wirklich sehr teuer…. bei 25-50 cent pro Münze ist klar, dass man sich das OT überlegt, wofür man das Geld ausgeben will….

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