Dein Start ins Larp

Der Blog für Larper, Anfänger und Fantasyfans

Cyrus Am 12. - November - 2011

Man kennt sie aus dem echten Leben, kaum ein Faktor hat das soziale und wirtschaftliche Leben so sehr geprägt wie die Religionen. Sie sind heute der letzte Hauch Mystik in unserer technischen Welt und verbinden Millionen in ihrem Glauben. Eine Menge Mythen, Legenden und Sagen berufen sich auf sie, so ist es nicht verwunderlich, dass auch im Larp die Religionen vertreten sind. Worauf Du achten musst und wie man Religionen im Larp genau einsetzt, erkläre ich Dir in diesem Artikel.

 

Warum Religionen im Larp verwenden?

Im Larp geht es in erster Linie um Eines: das Feeling. Es ist das packende Gefühl, wenn die gegnerische Streitmacht aufmarschiert, die Angst im dunklen Dungeon auf Monster zu treffen und die familiäre und entspannte Stimmung in der Taverne. Doch auch die Religion kann ein ungeheuer dichtes Ambiente schaffen. Seien es nun Messen, welche den Glauben zelebrieren oder Gebetszeremonien, bis hin zu einer Predigt, welche vom angebeteten Gott kündigt. Ein gemeinsames Schlachtgebet vor dem Kampf kann eine wunderbare Spielszene schaffen.

Auch kannst Du um den Glauben Deiner Religion einen kompletten Spielhintergrund aufbauen. Ich denke hier an ein Ordenskloster, bestehend aus Priestern, Novizen und vielleicht Ordenskriegern, also auch für Paladine oder Templer interessant. Ein Glaube, welcher eine Religion ja bietet, eignet sich hervorragend dazu mehrere Personen zu vereinen – immerhin dient man ja im Larp dann dem selben Gott.

 

Worauf bei Larp – tauglichen Religionen achten?

Eine Religion muss auf jeden Fall stimmig und lückenlos ausgearbeitet sein. Es ist unschön, wenn man in eine Situation gerät, welche den eigenen Glauben total destabilisieren lassen kann, nur weil man irgend ein Detail übersehen hat. Weiterhin sollte die Geschichte Deiner IT – Religion jedem Mitglied Deiner Gruppe verfügbar sein. Was nützt denn eine toll ausgearbeitete IT – Religion, wenn keiner Deiner Gruppenmitglieder den Glauben wirklich tiefgründig kennt?

Weiterhin sollte Deine Religion auch einigermaßen „realistisch“ aufgebaut sein auch wenn es “nur” Larp ist. Ebenso sollte die Geschichte nicht zu abstrakt sein, immerhin müssen sich auch Leute, die nicht Du sind diese Stories irgendwie merken können. Last but not least: Stell es auch richtig dar. Klar ist es bestimmt cool der Hohepriester eines Ordens zu sein, welcher direkt mit seinem Gott sprechen kann – aber viel weniger cool ist es, wenn Du das einzige Ordensmitglied bist. Wenn Du allein unterwegs bist, dann übertreibe es nicht mit Deinem Rang, dann sei einfach ein Ordenskrieger oder ein Wanderpriester, wenn es unbedingt sein muss auch ein Paladin, aber das wäre meiner Meinung nach schon wieder das höchste der Gefühle.

 

Was sollte man bei Larp – Religionen vermeiden?

Das absolute No – Go: eine real existierende Religion im Larp bespielen. Lass es einfach, das geht für gewöhnlich nie gut. Es wird immer mal jemand geben, dem das nicht gefällt, warum auch immer. Ebenso gebe ich zu bedenken, dass wir in einer Fantasywelt leben, in der, zumindest meiner Meinung nach, realer Glauben nichts zu suchen hat. Mal ganz ehrlich, soll jetzt ein christlicher Kreuzzug Mythodea von den Verfehmten befreien, oder Buddas Friedenskorps Aehra gegen die Erun beistehen? Ich hoffe ja nicht.

Weiterhin würde ich sehr bitten, keine dunklen oder bösen Götter zu bespielen. Larp hat schon so ein recht freakiges Ansehen in der Bevölkerung, da will ich gar nicht wissen wie es auf Nicht – Larper wirken muss, wenn einige Spieler im Rahmen ihres Glaubens einen anderen SC an ihre dunklen Götter opfern. Dank Facebook und Youtube könnten Videos solcher Glaubens – Szenen eher imageschadend sein, als wohltuend.

Auch solltest Du keinen Champion Deines Gottes spielen, erstmal hat man das zu oft schon erlebt und 2. warum hat Dein Larp – Charakter im Spiel dann nicht mehr drauf? Übertreibe es einfach nicht. Nutze den Faktor Larp – Religion um einen Glauben darzustellen und damit Dein Gruppenkonzept zu bereichern und die Atmosphäre zu verdichten, nicht um Deinen Charakter auf einer Larp – Con mehr fetzen zu lassen, denn das wird nicht klappen – keiner mag schließlich Angeber, oder?

 

Existierende Larp – Religionen

Larp wird schon eine ganze Weile in Deutschland betrieben, daher gibt es auch schon eine ganze Menge an Gruppen und Glaubens – Konzepten, welche bereits etabliert sind. Wenn Du also keine Lust hast, einen eigenen Glaubens – Hintergrund zu erstellen, dann schaue Dich einfach mal bei den bereits etablierten Religionen im Larp um, vielleicht findest Du ja eine, die Dir zusagt.

 

Folgende Larp – Religionen kenne ich:

Achenar

Ceridentum

Chaos (Warhammer)

Myria/ Drachengötter (Felder der Ehre)

Sigmarkult (Warhammer)

Zwölfgötterglaube (Aventurien)

 

Fazit

Religionen sind im Larp wie Salz in einer Suppe: eine Priese wird das geschmackliche Erlebnis verbessern, aber zu viel des Guten war noch nie ratsam. Setze Stilmittel wie Glauben oder Religion immer gewissenhaft ein und versuche nicht Dich damit in ein imposantes Licht zu rücken. Wenn Du aber ein tolles Konzept hast und mit Deinem Spiel eine geniale Atmosphäre aufbaust, wirst Du von anderen Larpern respektiert werden. Habe ich etwas vergessen? Hast Du eine andere Meinung zu dem Thema? Oder spielst Du selber in einer Larp – Gruppe mit einer eigenen Religion und möchtest gern Deinen Glauben in die obenstehenden List mit eingetragen sehen? Schreib mir einfach einen Kommentar!

 

So far,

euer Cyrus



Kategorien: Allgemein

12 Antworten bis jetzt.

  1. Leon sagt:

    Noch eine Religion:
    Myria bzw die Drachengötter (Felder der Ehre)

    ich gehöre selber einem Orden Myrias an, also wenn einer Fragen hat kann er sie stellen^^

  2. Alvarez sagt:

    Die Religion meines Chars mal niederzutippen, ist wirklich mal ne Aufgabe.

    Aber was du vllt noch erwähnen könntest: Den Sigmarkult und so.

    Auch erwähnenswert, weil es auch gern übernommen wird: Der aventurische Zwölfgötter-Glaube.

    Die zwei fallen mir so spontan ein.

    Gruß,
    Alvarez

  3. Vaskur sagt:

    Völlig von dunklen Göttern abzuraten finde ich jetzt eher falsch. Sie und ihre Diener gehören genau so zum Fantasy Szenario, wie auch die lichten Götter und Chaos oder Drow erfreuen sich schließlich einer großen Zahl von Spielern, die entsprechendes Charaktere spielen.
    Und mal ganz unter uns… Chaos hat halt einfach Stil ^^

    • Cyrus sagt:

      Als NSCs Ja, aber als Spieler bin ich da eher anderer Meinung. Überlege mal, das Chaos vernichtet oder versklavt. Auf einer Larp Con habe ich bisher das eher anders erlebt. Meistens schwimmen die Chaoten dann mit dem Strom mit und helfen den anderen… Generell frage ich mich auch, warum so viele SCs das Chaos IT respektiert/toleriert. Das sind alles Mörder… Das ist eher OT-Akzeptanz, die aber wiederum die IT-Atmosphäre kaputt macht. Wenn man vor einem Chaoskrieger keine Angst mehr haben muss…
      Bei Drows ist das nicht anders. Die tun ja gar niemanden mehr was…
      Als NSCs gern – bei SCs hinterlässt das einen eher faden Beigeschmack.

      • Vaskur sagt:

        Dass man vor den Chaoten keine Angst haben muss ist bei einem gut gespielten Chaoten der Eindruck, der er erwecken will, bevor er jemandem kaltblütig in den Rücken fällt. Dunkle Charaktere sind allgemein schwierig und brauchen eigene Cons oder Großcons. Ich habe meinen Chaoten ein mal auf einer normalen Con gespielt. Alles Handeln, sowie der Anlass der Anwesenheit waren auf Eigennutz ausgelegt und ich war jederzeit bereit einen Pakt mit dem Fein zu schließen und jederzeit meine Meinung bei allem wieder zu ändern. Das ist schwierig aber es funktioniert… ach ja und ich war getartn, sprich hatte meine Chaosrüstung nicht an und habe mir was alternatives zusammengeflickt. Es ist ein schwieriges Thema aber einerseits können Chaoshassende Spieler auf manch einer Con einfach nichts gegen sie tun, denn es gibt dort auch Gesetze und wenn dort jeder Glaube frei ausgeübt werden darf, dann sind ihnen die Hände gebunden und der Chaot hat freies spiel in dem, was er vor hat. Ist aber wie gesagt sehr schwer da dann vernünftig und Intrigant zu spielen. Dazu sei gesagt, dass ich einen Anhänger des Tzeentch spiele, da ist sowas eher möglich als bei nem Nurgler oder Khorne-berserker.

        • Cyrus sagt:

          Nun ja, ich sprach bei meinem Beispiel grade von den Krieger, die in ihren imposanten Rüstungen herumlaufen, sich aber nicht mal ansatzweise wie Chaoskrieger varhalten.
          GUt, ich revidiere gern meine Meinung. Sagen wir Kultisten sind in Ordnung, gerade wenn sie dabei sind, eine Ortschaft zu infiltrieren um einen Chaoskult aufzubauen.

  4. Julia sagt:

    Ich hätte mal eine Frage:

    Wird denn die Götterwelt der Forgotten Realms auch als Religion irgendwie bespielt, oder ist die eher etwas für Pen-&-Paper-Rollenspiele?

    • Cyrus sagt:

      Hey Julia,
      die Götterwelten aus Forgotten Realms werden NATÜRLICH auch bespielt (wie konnte ich DIE nur übersehen -.-). Eine Anlaufstelle hierfür wäre das Underdark, das sich vorwiegend mit Drows beschäftigt.

  5. Yorik sagt:

    Ein weiterer Glaube, der meiner Meinung nach nicht vergessen werden darf, ist der Glaube an die heilige Dreieinigkeit von Larinar, Eonar und Locknar (besonders weit verbreitet in Valconnan).
    Bei Fragen:

    http://www.aeva-ev.de/aeva/content/wp-content/uploads/2010/10/Dreieinigkeit-1.pdf

    • Cyrus sagt:

      Ich hab zwar weder von dem Land noch was von dem Glauben gehört, aber hey, ich schalt den Kommentar einfach mal frei, da kann der interessierte Larper nachlesen^^.

  6. Salpatine sagt:

    Was ist eigentlich mit Asatru? Das ist eine echte Religion, die jedoch trotzdem intime bespielt wird.

    • Cyrus sagt:

      Hm, das ist jetzt so eine Sache, ich würde mich schon etwas gekränkt fühlen, wenn man meine Religion, an die ich glaube und die mir etwas bedeutet auf einmal als “Spiel-Religion” begegnen würde. Aber da werden sich wohl erst einmal Anhänger dieses Glaubens finden müssen, die können uns das mal aus ihrer Perspektive erläutern ;)

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