Dein Start ins Larp

Der Blog für Larper, Anfänger und Fantasyfans

Cyrus Am 9. - Oktober - 2011

Im Larp ist der Schamane eine Unterart des Magiers, wobei er innerhalb des Spiels keine wirkliche Magie benutzt. Ähnlich eines Priesters interagiert er mit der Geisterwelt und kann dort seine übernatürlichen Effekte erzielen. Doch was musst Du beim Larp beachten, wenn Du selbst einen Schamanen spielen möchtest?

 

Larp und Schamanismus

Fragst Du Dich was Schamanismus eigentlich ist? Nun, die Antwort habe ich Dir ja schon einmal sehr grob in der Einleitung gegeben. Ein Schamane ist eine Person die mit der „Geisterwelt“ interagieren kann, doch was bedeutet das konkret? Diese Frage beantwortet sich von selbst, wenn Du Dich mit den historischen Ursprüngen dieser Tätigkeit befasst. Schamanen versetzen sich selbst in einen Zustand, in welchem sie die Geister und sogar die Geisterwelt, also in gewisser Weise das Totenreich sehen können. Diese „Kunst“ fand sich schon bei den Höhlenmenschen und ist auch bei den Indianern oder in gewisser Art und Weise heute noch in Japan, beim Shintoismus zu sehen. Im Larp kann ein Schamane also mit Geistern Kontakt aufnehmen und dadurch Informationen erhalten. Dies wird von der eigentlichen, mittlerweile aber eher selten genutzten Bezeichnung eines Schamanen (der Begriff Schamane existiert erst seit dem 17. Jahrhundert) deutlich: „Seher“. Aber mehr noch, Du kannst auch mit den Geistern in direkten Kontakt treten oder ihre Kräfte nutzen, wenn sie Dich lassen. Dir freundliche Geister können Dir ihre Kräfte leihen, so dass Du irgendwelche Effekte erzielen kannst. Häufig ist solch ein Geist ein „Totem“. Dieser Geist begleitet Deinen Charakter im Larp und hilft ihm. Ein weiterer, wichtiger Aspekt den Du immer beachten solltest ist das Grundwesen eines Schamanen. Du bist ein Ritualist und kein „richtiger“ Magier im Larp. Schnelle Zauber, mit 5 Worten heruntergeleiert – das fällt bei Dir aus. Ebenso waren Schamanen oftmals auch mit einem anderen Titel bedacht oder beschrieben: Medizinmann. Das kommt von 2 Gründen. Ersteinmal waren diese Medizinmänner in der Lage die Kranken zu heilen. Sei es durch Kräuter (Stichwort Kräuterkundler) oder aber durch ein Ritual in dem der Geist „bearbeitet“ wurde. Vielleicht war der Geist von einem Fluch befallen oder verstimmt, dies konnte ein Schamane beheben, indem er sich in Trance versetzte und in die Geisterwelt sah. Der2. Grund für die Bezeichnung Medizinmann ist der Umgang mit „Medizin“ gewesen. Der Schamane kannte Kräuter gegen Krankheiten oder Entzündungen, allerdings nutzte er dieses Wissen auch dazu sich selbst zu berauschen, um in seinen nötigen Trancezustand zu gelangen. So wäre es nur selbstverständlich, wenn ein Schamane auch im Larp ein Wissen über Heil- aber auch Giftpflanzen besäße.

 

Larp – Gewandung eines Schamanen

Du weißt ja bereits, dass ein Schamane eine Art Priester ist. Ein Priester ist im Larp für gewöhnlich ehrwürdig und fällt durch imposante Kleidung auf. Ein Schamane ist da nicht anders, unterscheidet sich aber dennoch gewaltig. Der LarpSchamane ist meistens wilder und „einfacher“. Hinter einem Schamanen steht keine Religion und er kann auch nicht auf die Reichtümer einer Kirche zurückgreifen. Ebenfalls ist ein Schamane viel unterwegs, sei es im Kräuter zu suchen, in der Einsamkeit des Waldes sein Totem aufzusuchen oder um einen Kranken zu besuchen, der ewig weit weg wohnt. Empfehlenswert wären Mäntel oder auch Überröcke, jedoch behalte Dir immer vor Augen: Deine Gewandung muss taugen! Auch im Wald mit Dornen, Ästen und Stolperwurzeln und nicht nur auf dem Ritualplatz. Also arbeite Dir eine Gewandung aus, die Dich nicht auf Deinen Reisen behindert. Ebenso solltest Du entsprechend widerstandsfähige Stoffe auswählen. Beispielhaft wären hier Leder, dickes Leinen oder Baumwolle, alternativ auch reine Wolle (Vorsicht, da drin wird es RICHTIG warm). Es wäre ein kluger Schachzug, wenn Du Dir eine spezielle Ritualgewandung anfertigen würdest. Diese kann dann auch aufwändiger und „feiner“ sein, da diese ja nicht Deiner Reisewidrigkeiten ausgesetz wird.

 

Larp – Equipment für Schamanen

Als ein Schamane brauchst Du im Larp vor allem eines: Deine Trance. Du musst diese schließlich auch darstellen. Hierfür brauchst Du vielleicht Tränke (Rauschzustand), diverse Anhänger wie Zähne, Knochen oder auch Abbildungen deines Totems. Generell bieten sich viele Taschen und sonstige Verstaumöglichkeiten an, wo Du Deine Tränke, Kräuter oder anderen Gegenstände transportieren kannst. Weiterhin solltest Du im Larp auch sehr sorgsam bei der Auswahl Deiner Bewaffnung sein, wenn Du welche haben möchtest. Halte Dich von Schwertern fern, bedenke immer Deinen Charakterhintergrund. Als Schamane hast Du dich wohl nie mit einer Kampfausbildung beschäftigt, sondern Deine ganze Zeit damit verbracht, den Umgang mit der Geisterwelt zu erlernen. Ebenso erfüllt ein Schwert lediglich einen Zweck: Kämpfen. Mit einer Axt beispielsweise kannst Du auch noch Holz fällen oder einen Hammer improvisieren. Ein Stab unterstreicht einen ehrwürdigen Auftritt, ist als Gehhilfe gut und als Langwaffe durchaus zu gebrauchen.

 

Das lass im Larp lieber sein

Ein Schamane ist kein normaler Magier, Du nutzt keine einfache Spruchmagie. Deine Effekte resultieren daraus, dass ein übermächtiges Wesen Dir entweder Kraft leiht oder diese im Larp Aufgabe für Dich erledigt. Also verabschiede Dich schon mal vom schnellen Kampfzauber. Darunter würde Deine Darstellung enorm leiden. Ebenso vermeide es, dich WIRKLICH in Trance zu versetzen. Larp ist ein Spiel, also spiele es auch nur! Dieser Artikel soll nicht so verstanden werden, dass Du Dir Drogen verabreichst. Um es also ganz klar zu sagen: KEINE Drogen, alles nur ungefährlich Darstellen.

 

Fazit: Schamane im Larp

Der Schamane ist ein aufwändiges und kompliziertes Konzept, kann aber eine riesige Möglichkeit der Darstellung eröffnen. Du wirst wohl viel von Deiner Ausrüstung selbst anfertigen müssen, da die Stangenware der heutigen Larp – Industrie wohl keine passenden Sachen zum Kauf bietet. Doch sieh das nicht als Belastung, sondern als Chance. Denn Anstrengung wird schließlich auch belohnt.

 

Wie fandest Du diesen Artikel? Habe ich etwas vergessen? Schreib mir doch, was Du davon hältst.

So far,

euer Cyrus.

 



Kategorien: Allgemein, Charaktertipps

15 Antworten bis jetzt.

  1. leooonn lopsch sagt:

    welche zauber kann er denn ausführen ?
    (brauche bespiele)

    • Cyrus sagt:

      Welche Zauber ein Schamane ausführen kann hängt in erster Linie von seinem Hintergrund ab. Generell gibt es da für Dich keinerlei Einschränkung, jedoch würde ich Dir empfehlen von normaler Spruchmagie Abstand zu halten und eher auf Rituale und Minirituale zu setzen. Schamanen waren meist bewandert in der Heilkunst und der Interaktion mit Geistern. Also könnten Heilzauber, vielleicht Analyse (vielleicht auch Aufhebung) von Magie und Stärkungszauber möglich sein. Eventuell auch Gegenstände weihen – aber das hängt, wie Anfangs schon gesagt stark von der Hintergrundgeschichte Deines Charakters ab.

      • leooonn lopsch sagt:

        wie lang soll den ein miniritual sein?
        2 sätze? 3 sätze ?
        und in welcher sprache….. latein?

        • Cyrus sagt:

          Ein Miniritual sollte schon so zwischen 5 und 10 Minuten lang sein, welche Sprache Du dabei sprichst bleibt Dir überlassen. Jedoch fände ich es seltsam, warum sollte ein Schamane, der wohl eher nicht Latein spricht auf einmal lateinische Sprüche in einem Ritual benutzen?

        • Hagen sagt:

          Latein lass sein ;-)

          Selbst das Pseudo-Latein aus dem LiberMagica-Regelbuch ist wenn überhaupt nur für Akademiemagier sinnvoll.

          Ich persönlich finde es toll, wenn ich verstehe, was der andere Predigt, betet oder zaubert. Also erfinde eigenen Sprüche auf Deutsch. Und je länger, desto eindrucksvoller.

    • Zyug sagt:

      Eigentlich die gleichen sachen wie ein druide

      • Cyrus sagt:

        Schamanen und Druiden ähneln sich, sind aber in jedem Fall etwas anderes. Sie sind wilder, uriger. Sie kommunizieren mit der Geisterwelt und beziehen von dort auch ihre Kraft (Stichwort Totem), was Druiden beispielsweise nicht machen.

  2. Hagen sagt:

    Meiner Ansicht nach gibt es im Text zwei Fehler:
    1. Ein Schamane ist meiner Meinung und auch Deiner Definition nach kein Magier, sondern eine Art Priester.
    2. Damit ist er auch ein Vertreter einer Religion. Sicher keines stark theoretischen Glaubenskonstruktes, aber der Vertreter einer Naturreligion.

    • Cyrus sagt:

      Hey Hagen, Du bist aber ganz schön fleißig hier – willkommen auf unserem Blog.

      So, wenn man mal GANZ grundsätzlich überlegt, sind auch Priester Magier. Ich gehe hier vom Regelkonstrukt aus – dieser Personenkreis wirkt Übernatürliches, OT sind das für mich, zumindest regeltechnisch alle Magier. IT hast Du nicht unrecht, da würden sich Schamanen wohl meist am ehesten mit einem Priester vergleichen lassen.
      Was die Religion angeht, muss ich Dir leider widersprechen. Auch wenn der Schamane an sich klerikal aufgebaut sein kann, so muss er nicht zwangsläufig einer Religion angehören. Religion hat für mich doch stark mit Göttern oder gottähnlichen, übergeordneten Instanzen zu tun. Ein Schamane bezieht seine Macht aus der Natur oder von Geistern, meiner Meinung nach ist das aber keine Natur.

      Schön dass Du hergefunden hast, Cyrus.

      • Hagen sagt:

        Regeltechnisch werden Kleriker wie Magier behandelt, das stimmt. Aber im Spiel würden beide wohl heftig protestieren, wenn man sie in einen Topf wirft und auch gemeinsame Rituale sind (den Göttern sei Dank) eine Seltenheit geworden.

        Dann nehmen wir statt “Religion” einfach das Wort “Glauben” ;-) Auch der Schamane glaubt an etwas und ersetzt bei vielen Naturglauben auch den Priester bzw. nimmt dessen Rolle ein. Schließlich geht es auch bei ihm um existentielle Fragen der Existenz (Leben nach dem Tod, Sinn des Lebens, etc.).

        Finde es übrigens auch schön, dass ich hier hin gefunden habe :-)

        • Cyrus sagt:

          Natürlich sind diese Typen im Spiel total verschieden ;) .

          Generell würde ich den Schamanen auch zu Priestern zählen, wenn er zum Beispiel seine Macht von einem Totem bekommt. Ich kenne aber auch Schamanen-SCs die eben die “wilden” und “natürlichen” Magien anwenden, mit normaler Spruchmagie. Das ist dann mehr klassischer Magier, auch wenn ich das weniger schön finde und meiner Meinung nach dem Wort Schamane nicht gerecht wird, sollte ich es wohl beachten^^.

  3. Mysticalia sagt:

    Also mein persönliche Meinung zu Thema ist, dass man sich nicht mal eben einen Schamanen basteln kann. Denn zum einen brauch man ziemlich viel Hintergrundwissen über Schamanismus im Allgemeinen, wobei man schlussendlich einiges aussortieren muss. Das schwierige dabei: Filtern zu können, was im Larp möglich und darstellbar ist und was nicht.
    Zum Anderen ist das mMn kein Charakter, wo man sich “mal eben” eine passende Gewandung zaubern kann.
    Das schöne allerdings ist, dass man diesen Charakter mit der Zeit immer weiter entwickeln kann. Sprich, vom gerade “Auserwählten” bis zum späteren “vollwertigen” Schamanen.
    Und einen Schamanen mit einem Priester, Magier oder Sonstigem zu vergleichen. Für mich ein No-Go. Ein Schamane ist ein Schamane und mit nichts zu vergleichen.

    • Cyrus sagt:

      Nun ja, ob man ihn sich so eben mal basteln kann, hängt sehr von den eigenen Fähigkeiten und der Kreativität ab.
      Und vergiss nicht, diese Artikel hier sind Leitfäden und keine allgemeingültigen Kompendien. Sie sollen einen Anreiz geben, sich selbst mit der Materie zu beschäftigen.

      Was der Vergleich zu Magiern oder Priestern angeht: Natürlich kann man sie vergleichen, sollte man sogar. Allein dadurch kann man Anfängern die Unterschiede klar machen und verdeutlichen. Und rein regeltechnisch kann man sie sowieso vergleichen, da sie in vielen Regelsystemen wie die selbe Klasse behandelt werden (beispiel CoM – Regelwerk, um mal das bekannteste zu nennen).

      Das mit der Evolution des Charakterkonzepts stimme ich Dir zu, wobei man sich bei den Begriffen jetzt auch nicht zu fest setzen darf. Beispielsweise ist auch ein Novize des Schamanismus ein Schamane, zwar noch nicht wirklich gut, aber er spielt ja defakto einen Schamanen. Ich mag es eh, wenn sich ein Charakter im Spiel über die Zeit entwickelt, da kommen meist die interessantesten Konzepte dabei heraus.

      Weiterhin darf man die Dinge auch nicht zu ernst sehen. Ich hab meine Meinung und versuche Anfängern, die komplett neu sind einen Schupps in die richtige Richtung zu geben.

  4. Rotschweif sagt:

    Ein schöne Zusammenfassung Cyrus, sehr übersichtlich und informativ. Spiel schon länger LARP und habe grade vor mich an einem Schamanen zu versuchen.
    Allerdings fehlen mir ein paar Elemente in deinem text die ich aus dem P&P kenne. Zum einen sind die Dinge die ein Schamane als Geister bezeichnet nicht unbedingt Totengeister sein müssen. Aus dem Indianischen kennt man die Totems oder auch Tiergeister, darüber hinaus gibt es Hausgeister, Schutzgeister, Geister die Krank machen etc. Ich würde auch soweit gehen das verschiedenen alltägliche Ereignisse oder magische Phänomene als Geister zu erklären. Beispielsweise wo ein Akademiemagier ein Analysesprache verwendet befragt der Schamane den Geist des Gegenstandes. Oder was andere als Dämon beschreiben würden ist schlicht ein besonders böser Geist etc.
    Möglich das du das auch so meintest es kam im text nicht nur so rüber

    Als nächstest würde ich einem Schamanen zugestehen Geister an Gegenstände zu binden um ihre Kraft bei bedarf ohne große Rituale abrufen zu können. Solche Effekte lassen sich, so scheint es mir, gut über Alchemie-regeln ins spiel bringen. Es braucht zeit solche Gegenstände vorzubereiten, gegf. auch unter zu hilfenahme von Kräutern aber nur wenig Auslöseaufwand. vereinzelt halte ich auf die weise auch herkömmliche Sprüche für umsetztbar. Natürlich alles gering halten den das Zentrale Element des Schmanen ist das Ritual.

    • Cyrus sagt:

      Hey Rotschweif, Du darfst nicht vergessen dass ich hier eher versuche Anregungen zu vermitteln als 1:1 – Konzepte, ich müchte lediglich dass andere Leute sich Inspiriert fühlen. Wenn man sich nach dem Lesen eines Charkonzepts auf diesem Blog dann sagt “Hey cool, aber ich würde das und das und das dann eher so machen, außerdem noch das reinbasteln und dies so verändern” – wenn also eine eigene CharIdee dann entsteht, hab ich für mich mein Ziel erreicht :) .

      Was diese “schnell wirkbaren Zauber” angeht – da bin ich ja erst mal gar kein Fan von. Warum? Magie sollte man den anderen Spielern iiirgendwie vermitteln. Es passiert etwas Übernatürliches, etwas Magisches. Das sollte doch dann auch wenigstens etwas besonderes sein als Gegenstand hingehalten, was gesagt und dann “SL? Ich hab gerade…”, oder nicht? Ich meine, allein von der Regelkonformität hast Du natürlich recht, das wäre auf der Seite schon okay, aber was ist mit dem Spiel? Ein Alchemist ist ja “nur” (bitte keinen Shitstorm deswegen Auslösen, soll nicht abwertend sein XD ) ein Tränkebrauer (ja, stark vereinfacht, ist mir klar :) ), aber ein Schamane was macht mit Geistern, das ist IT in jedem Fall ein großer Unterschied.
      Wie auch immer, das soll jetzt nicht rechthaberisch klingen, aber zumindest DA würde ich noch mal überlegen, da es Dir ja auch nix bringt wenn Du von Deinen Mitspielern nicht anerkannt oder gewürdigt wirst. Denk immer dran, Du spielst etwas und die anderen lassen Dich dieses Etwas sein.

      Grüße, Cyrus

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