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Cyrus Am 3. - Oktober - 2011

In einem anderen Artikel habe ich bereits über die Grundlagen eines Alchemisten und einen akademisch geprägten Alchemisten vorgestellt. In diesem Artikel stelle ich Dir nun den Kräuterkundler vor, der zwar auch ein Alchemist ist, aber sich vom Akademiker grundlegend unterscheidet.

 

Der grundlegende Unterschied

Wie Du bereits vom Akademiker weißt, beschäftigen sich Alchemisten mit dem Brauen von Tränken oder der Herstellung anderer Substanzen. Im Grunde könnte Dein Alchemist Alles zusammenmischen und daraus herstellen, vom Manatrank,  über die Heilsalbe bis hin zu etwas Normalen wie Seife. Allerdings Solltest Du Dir gleich die Unterschiede zwischen einem Kräuterkundler und Akademiker gewahr werden.  Der Akademiker studiert und brütet Tag aus Tag ein über seine Bücher. Durch dieses intensive Studium kennt er viele verschiedene Rezepte, auch komplexe Mischungen aber er kann sich dafür weniger mit seinen Zutaten beschäftigen. Genau hier setzt der Kräuterkundler an. Meist von einfacher Herkunft besitzt er ein oberflächlicheres Wissen als der Akademiker, allerdings kennt er sich hervorragend mit seinen Zutaten aus. Er weiß wo seine Pflanzen wachsen, wie er sie ernten muss und vielleicht auch, wie man sie züchtet. Das generelle Prinzip ist also: Akademiker hat die mächtigen Tränke, hat aber nicht viel wissen über die betreffenden Zutaten an sich und kennt Vieles nur aus seinen Büchern. Der Kräuterkundler hat zwar kein so tiefgreifendes Wissen, kann aber dafür viel in der Natur sein und kennt sich gut mit Pflanzen aus.

 

Der Kräuterkundler

Ein Kräuterkundler ist also kein vielgebildeter Akademiker, sondern wohl eher ein „einfacheres“ Gemüt. Das bedeutet nicht, unbedingt dass er stupide ist wie ein Ork, sondern lediglich dass das Bildungsniveau unter dem eines studierten Alchemisten liegt. Die Kräuterkunde könntest Du von einem alten Druiden erlernt haben, oder der alten Kräuterhexe im Wald, die immer die Medizin für die Kranken braut. Deine Rezepte werden wohl eher einfacheren und praktischen Charakter haben. Ein kleines Beispiel: der Akademiker kann mächtige Tränke brauen, die selbst Gliedmaßen nachwachsen lassen oder den härtesten Stahl zerätzen können. Doch dafür braucht man seltene Zutaten, von denen ein Kräuterkundler, der seine Zutaten lediglich aus seinem Wald bezieht nicht kennt. Er wiederum kennt entgiftende Farne, Kräuter mit schmerzstillender Wirkung und vielleicht auch einen seltenen Pilz, welcher magische Energien erneuert und für Manatränke geeignet ist. Im Gegensatz zum Akademiker ist er sich für einfache Tränke nicht zu schade und könnte durchaus auch auf wenige Tränke spezialisiert sein. Ebenfalls eine nette Idee: Dinge für den alltäglichen Gebrauch wie Tees, Seife oder Brennpaste. Natürlich sind diese 3 Beispiele reine Ambientewirkung, allerdings könntest Du dies ausbauen. Die Tees könnten eine heilende Wirkung entfalten und die Brennpaste ähnlich dem Zauber „Feuer“ etwas entzünden (natürlich NUR im SPIEL), ohne dass man ein Feuer anfachen müsste. Auch muss der Charakter weder Geld noch sozialen Status besitzen, denn die Kräuterkunde setzt keinen teuren Unterricht oder Apparate vorraus. Es wäre nicht schlecht wenn Dein Charakter Grundsätze vom Lesen und Schreiben beherrschen würde, allerdings ist dies kein Muss. Natürlich könntest Du durchaus einen sozialen Stand und Reichtümer besitzen und übst die Kräuterkunde lediglich als „Hobby“ aus.

 

Das Equipment

Der Kräuterkundler brauch keine seltsamen Apperate und wird sich im Großteil der Fälle mit einfachen Mitteln zu helfen wissen. Dies ist auch wichtig, denn woher sollte eine Kräuterhexe wohl einen Destilierkolben bekommen? Oder der Druide einenn kippschen Gasentwickler? Richtig – nirgendwo her . Doch einen Mörser und Stößel kann man notfalls auch selbst herstellen und über Feuer etwas köcheln zu lassen ist auch keine neue Erfindung. Beschränke Dich also bei Deiner Ausrüstung auf einfache, vielleicht urtümliche Gegenstände und versuche auf andere Art und Weise eine gute Show beim brauen zu bieten. Versuche es mit mythischen Elementen, ein stark qualmender Kesser der seinen Rauch beim Brauen färbt, zischendes Trockeneis, farbwechselnde Flüssigkeiten – mit solchen Effekten wirst Du Aufmerksamkeit erhaschen. Viel von Deinerm Equipment wird wohl selbst angefertigt sein, oder zweckentfremdet. Denn für „einfachere“ Alchemie gibt es eher wenig im dorfeigenem Kiosk.

 

Die Gewandung

Wenn Dein Charakter also nicht unbedingt von hoher Geburt ist, irgendwo in einem kleinem Dorf lebt und nicht viele Mittel zur Verfügung hat, wird wohl klar sein, dass auch die Gewandung eher einfacherer Natur ist. Keine seltenen oder teuren Stoffe oder aufwändigen Verzierungen. Immerhin besorgst Du Deine Zutaten selbst und bist viel unterwegs. Gestrüpp, Dornen und widriges Wetter – da nützt Dir feine Kleidung nichts, welche diesen Gegebenheiten nicht strotzen könnte. Ebenso wirst Du wohl eher einmal schmutzig, dies sollte dir wenig ausmachen. Also versuche es mit einfacher, zweckdienlicher und widerstandsfähiger Kleidung.

 

Fazit

Der Kräuterkundler ist ein spezialisierter Alchemist, welcher ein ganz eigenes Charakterspiel bietet. Mag sein, dass Du als solch ein Alchemist nicht so mächtige Tränke brauen kannst wie ein Akademiker, doch im Larp geht es ja auch nicht um Allmacht, sondern um Spa? an der Darstellung und dem Spiel miteinander. So besitzt ein spezielles Konzept wie Dieses zwar viele Einschränkungen, bietet aber dafür auch viele Spielmöglichkeiten. So könnte ein Kräuterkundler einen Akademiker mit Zutaten beliefern, wohingegen dieser Dich mit Trankessenzen, Rezepten oder Ähnlichem versorgt.

Wie fandest Du diesen Artikel? Hast Du irgendwelche Fragen oder habe ich einen Punkt nicht genau genug erläutert? Schreibe mir doch einen Kommentar.

So far,

euer Cyrus.



Kategorien: Allgemein, Charaktertipps

3 Antworten bis jetzt.

  1. Isabella sagt:

    Hi,
    der Artikel ist wirklich gut geschrieben.
    Da ich aber neu neu in der Larp-szene bin, wollte ich fragen, ob es glaubhaft ist, wenn ich als Hochelfe eine Alchimistin spiele?
    Würde mich über eine Antwort freuen.

    LG Isabella

    • Cyrus sagt:

      Hm, warum sollte das nicht glaubhaft sein? Jedes Volk hat seine Alchemisten, da sind die Elfen (welcher Gattung auch immer) keine Ausnahme 🙂

  2. Shukketsu sagt:

    Ich grüße dich,
    Ich bin gerade dabei mich für Larp zu interessieren und wollte fragen ob sich der Kräuterkundler als erster Charakter eignet oder ob es da bessere/einfachere Startkonzepte gibt

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