Dein Start ins Larp

Der Blog für Larper, Anfänger und Fantasyfans

Cyrus Am 29. - August - 2011

Viele Spieler würden gern einmal etwas Exotisches spielen und denken nach, welche Rasse ihnen gefallen würde. Doch mit der Darstellung eines Nicht-Menschen sind auch viele Fragen und Probleme verbunden, welche gerade Anfänger verunsichern können. Dieser Artikel wird die Hintergründe beleuchten, welche man bei der Darstellung eines Exoten beachten sollte.

 

Passende Charaktergeschichten für Exoten im Larp

Wie bei jedem anderen Charakterkonzept auch musst Du Dich zuerst einmal mit der Charaktergeschichte befassen. Hierbei ist es wichtig, dass Du einen stimmigen Hintergrund suchst, aus welchem Du Deine Charaktergeschichte strickst. Als Anregungen kannst Du Filme, Bücher oder auch Hörspiele nehmen, Alles was Deine Fantasie anregt aber dennoch nicht völlig frei erfunden ist.

Bei weniger bekannten Rassen hast Du vielleicht einen großen Gestaltungsspielraum, aber bei eher verbreiteten Rollen wie Elfen oder Orks musst Du Dich doch schon etwas an gewisse Klischees und Erwartungen halten, damit Dein Charakter nicht total unglaubwürdig erscheint. Beispielsweise wäre ein Ork, welcher gerade an einer Akademie die arkane Künste studiert und den Preis für die besten Tischsitten gewonnen hat. Oder ein Elf, welcher mit einer blutigen Megaaxt durch die Menschensiedlungen zieht und einen Faible für Schlammbäder.

Überlege Dir also eine gut durchdachte Geschichte um den Charakter, wo er gebohren ist und was seine Leidenschaften sind. Seine Schwächen und Stärken und die wichtigen Personen, die sein Leben prägen oder geprägt haben. Wirf dabei immer einen Blick auf den Hintergrund ähnlicher Konzepte, damit Du nicht total aus der Art schlägt.

Sobald Du weißt was Dein Charakter macht, wo er herkommt und welche Angewohnheiten er hat wird dir von ganz Allein klar, welche Ausrüstung Du benötigst. Denk immer daran, pass Deine Ausrüstung an Deinen Charakter und dessen Bedürfnisse an. Dein Elf braucht kein Langschwert im Katanastil, wenn er an einer Akademie magische Studien vollzieht, eine Lederrüstung ist unbrauchbar für einen richtigen Ritter und ein Magier braucht auch keine Bewaffnung. Auch wenn Du Deine Idee vielleicht cool findest, das hat nichts zu bedeuten. Ein Larpcharakter muss passend sein, nicht cool.

 

Larp – Exoten genau planen

Bevor Du nun anfängst, wie wild die gängigen Larpshops nach Ausrüstung zu durchforsten solltest Du ersteinmal einige Skizzen anfertigen, die zeigen wie Du Dir Deinen Charakter vorstellst. Anschließend kannst Du Dich nun auf die Suche nach passendem Equipment machen, achte aber immer darauf, dass die Ausrüstung zu Deinem Konzept passt.

Jedoch wirst Du vielleicht in die Bedrängniss kommen, dass Du nichts Passendes für Deinen Charakter in den gängigen LarpShops findest. Hier musst Du Dich nun zwischen 3 Alternativen entscheiden – entweder kaufst Du etwas Unpassendes, lässt Etwas auf Maß fertigen oder baust es selbst.

Wenn Du auf Dein Geld achten musst, zwei linke Hände hast oder aber keine Abstriche an Deinem Konzept machen möchtest sind alle 3 Lösungen nicht befriedigend, als einzige Alternative wären dann vielleicht noch ein paar nette Bekannte, welche Dir helfen könnten.

Ebenfalls wichtig ist Dein Spiel, welches den Charakter stark prägt. Viele Spieler überlegen sich ein exotisches Konzept, spielen den Charakter aber dann wie einen normalen Menschen, so dass kein richtiges Feeling aufkommt. Mach Dir also immer bewusst, dass Dein Charakter nicht bei seiner Ausrüstung endet, sondern maßgeblich vom Spiel lebt.

Also bewege dich nicht plump wenn Du einen Elfen spielst und respektiere die Natur. Ebenso sollten Orks streitlustig sein und keine wandelnden Kuscheltiere.

 

Fazit

Schlussendlich möchte ich noch einmal auf die regeltechnische Sicht zurückgreifen. Mag sein, dass es sogenannte “Rassenvorteile” in gewissen Regelwerken gibt, welche bestimmten Rassen bestimmte Boni verleihen, aber spiele nicht nur einen Elfen, weil der irgendwelche Boniwerte bekommt, sondern weil Du es wirklich willst. Ebenso besteht ein exotisches Charakterkonzept nicht nur aus exotischen Fähigkeiten, sondern seltsamer Angewohnheiten/Traditionen/Umgangsformen, eigenwillilger Kleidung oder merkwürdiger Ausrüstung. Bewege Dich anders, sprich mit einem Akzent oder denk einmal über eine andere Körperhaltung nach.

Mit diesen Tipps solltest Du es schaffen, ein exotisches Wesen überzeugend darzustellen. Was meinst Du dazu? Habe ich etwas vergessen zu erwähnen? Schreib mir doch einen Kommentar!

So far,

euer Cyrus



Kategorien: Allgemein, Charaktertipps

4 Antworten bis jetzt.

  1. Fanny sagt:

    Jep, da fehlen doch die allseits beliebten Wer-Tiere, die meiner Meinung mach kein Mensch überzeugend spielen kann.

  2. Gemaetan sagt:

    Als Anfänger hab ich festgestellt, dass man, wenn man beispielsweise im Ning unterwegs ist und dort eine Frage zur Fremdrassendarstellung in den Chat oder ähnliches postet, meistens nur negatives Feedback bekommt.

    Gute Erfahrungen habe ich damit gemacht, mich einfach gleich an eine Gruppe der gleichen Rasse zu wenden, dort gibt es sicher noch mehr Anfänger deren erster Charakter kein Mensch ist, und sie freuen sich grad wenn sie klein sind immer über Zuwachs.
    Und das Argument was ich sonst zu hören bekommen habe, es wäre zu aufwändig für einen Anfänger, zählt dort auch nicht.

    Zum Thema aufwändig: Es ist eben nichts, was man in 4 Wochen hinbekommt (je nach Rasse), aber die Sachen sind nicht umbedingt teurer, wenn man selbst bastelt.
    Man kann eben nicht einfach Hemd Hose etc anziehen, ein Schwert in die Hand nehmen, und das wars fürs erste.

  3. Nagual sagt:

    Ein sehr ansprechender Beitrag, den ich hier gefunden habe. Ich möchte mich an dieser Stelle beim Ersteller/Autor bedanken und seine aufgeschlossene Sichtweise loben.

    Wie es mein Vorredner, Gemaetan, bereits so richtig andeutete, ist es, insbesondere für den Anfänger, schwer aufrichtige Ratschläge oder Erfahrungsberichte zu finden. Tatsächlich erscheint es fast so, bei der Betrachtung einschlägiger Wikis, dass im LARP ein exorbitant mächtiger Fremdenhaß existiert.
    Im krassen Gegensatz dazu stehen allgemeine Aussagen, die einem jeden größtmögliche Entfaltungsfreiheit garantieren sollen.

    Ich finde es schade dass eine Gruppe von Spielern, mit offenkundig sehr engen persönlichen Vorstellungen von Recht und Unrecht, dem begeisterten und befähigten Anfänger den Mut rauben und Angst einjagen, niemand würde seinen Exoten akzeptieren.

    Es tut demzufolge sehr gut, auf dieser Seite eine angenehm menschliche und wohlüberlegte Meinung zu lesen, welche Toleranz ausstrahlt und die Hingabe zur verkörperten Rolle würdigt.

    Vielen Dank für diesen Blog.

  4. Serk sagt:

    Der Aufbau im Blog zu “Rassen” ist gut gemacht.

    Der Punkt “Vorbereitung” des Gesamtkonzeptes sollte immer viel Zeit in Anspruch nehmen, damit das Ergebnis von allen angenommen werden kann.

    Gerade selbst geschaffene Rassen leben von Details und kompletter (vollständiger!) Darstellung.

    Halbe Sachen kann man probieren und weiter entwickeln, aber die Mehrheit der Larper ist da leider weniger tolerant.
    Darum, einfach ein wenig länger Kommentare und Kritiken einholen, bis du selber mit dir, deinem Konzept, der Geschichte und vor allem der Darstellung zufrieden bist.

    Es muss nicht immer eine Herr der Ringe Rasse werden, nur benötigt das Arbeit.
    Bei uns in der Gruppe geht es zum Beispiel um geschuppte Dienerwesen (Drak’ar).
    Höherer Schwierigkeitsgrad der Darstellung.
    Aber gerade gemeinsam in einer Gruppe eine Rasse zu komplettieren lohnt sich.
    Gerade Rassenkonzepte wachsen mit der Zeit und am besten in der Gruppe.

    Wie auch bei diesem Blog, lebt LARP gerade von der Verbreitung von Wissen und Konzepten. Gerade Bastelblogs und Gedanken-Blogs können als Anregung der eigenen Lösungen von Traum zu Realität helfen.
    So war es zumindest für uns.
    Unser Blog –
    https://traumschmiede.wordpress.com/

    ————–
    Idee einer Rasse? Aus unserer Erfahrung folgende Planungsgedanken.

    A) Darstellung:
    Am besten die Idee in Bereiche Aufgliedern.
    1) Darstellung Minimum
    2) Darstellung Mittel
    3) Darstellung Maximum

    B) Bedarfsplanung:
    Dann zeitlich und geldtechnisch umplanen.
    Wann ist die Con für die Rasse, welche Mittel benötigt welche Form der Darstellung.
    Basteltechnische Überlegungen lagen bei uns so:
    1) Was selber machen können?
    2) Was kaufen?
    3) Wie daraus ein stimmiges Konzept machen?
    (Veränderung gekaufter Sachen und eigene Bastelarbeiten harmonisieren)

    C) Abrundung des Gesamtbildes:
    Optisch profitieren Fremdrassen von
    1) selbstgemachter Kleidung im ungewöhnlichem Schnitt oder Material
    2) Gesicht “entmenschlichen”
    3) Füße bedenken (runden das Bild immer ab!)
    Gerade das Gesamtbild mit zb Krallen an Händen und Füßen rundet das Bild ab.
    Rasse und Kultur im Widerspruch zu Standard Europa Kulturen lassen Spiel der Rasse anders erscheinen, als automatische Integration in die Kulturen der bereisten Länder.
    BSP (aktuelles Bastelprojekt, Work in Progress)
    https://lh4.googleusercontent.com/-1xVEPcEOkGM/VWWMr-JTOyI/AAAAAAAAtz0/TgmOvvelYMc/w1024-h768-no/k-Ancarea%2B19%2B224_zps9cdohirp.jpg%257Eoriginal.jpg

    Auf jeden Fall soll es Spaß machen!
    Lasst euch nicht unterkriegen, aber seit flexibel genug mit Kritik konstruktiv umzugehen.
    Die Bereitschaft nochmal alles von Vorne anzufangen ist wichtig.

    Viel Spass beim kreativ im LARP sein!

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