Dein Start ins Larp

Der Blog für Larper, Anfänger und Fantasyfans

Cyrus Am 21. - August - 2011

Gestern beim Grillen mit anderen Larpern haben ich von etwas ganz Neuem gehört das mir so noch nie untergekommen ist. Es geht um das Tauschen oder die Weitergabe nicht gespielter Charaktere, ein Verfahren was mich etwas schockiert hat.

Generell bin ich ein Freund von Recycling, aber einen fremden Charakter weiterzuspielen gehört garantiert nicht dazu. Ich mutmaße mal, dass diese Idee aus dem Gaminingsektor kommt, wo es ja nicht ungewöhnlich ist einen gelevelten Account zu verkaufen. Da mag das vielleicht auch noch Sinn machen und niemanden stören. Warum auch? Die Spielfigur ist weiterhin online und Alles geht seinen gewohnten Gang. Im Larp dürfte es aber zu einigen Problemen kommen. Ich kann mir beispielsweise nicht vorstellen, dass man alle IT-Erlebnisse weitergeben kann. Ebenfalls erkennt man keinerlei oder nur wenige Personen, mit welchen man IT theoretisch schon mal zu tun hatte, umgekehrt ist das natürlich genau so.

Ein weiterer Punkt den ich nicht verstehen kann ist, dass durch solch einen Tausch viele Spielerlebnisse verlohren gehen. Man steigt mit einen harten Schnitt in einen unbekannten Kinofilm ein und da kann man ja auch nicht zurückspulen. Erlebnisse wie Ausbildung und ähnliches sind bereites vom alten Spieler absolviert worden. Natürlich kann man auf diese Art und Weise an einen Charakter mit mehreren Contagen kommen, ohne selbst Zeit investiert zu haben. Doch diese gesparte Zeit ist doch auch ausgefallenes Spiel und beim LARP geht es ja hauptsächlich um das Spielen? Also warum macht man das dann? Vielleicht um einen “mächtigen” Char zu haben, ohne den zeitlichen “Aufwand” in Kauf nehmen zu müssen. Jedoch sagt solch eine Einstellung auch etwas über diesen Spieler aus: nämlich den Wunsch nach “Skills” und nicht dem nach Spiel.

Ich finde, dass dieser Gedanke mehr als abwägig ist, immerhin wird der alte Charakter definitiv nur theoretisch weitergespielt. Der Charakterbogen mag weiterhin existieren, aber jeder Spieler hat seine eigene Art zu spielen, seinen eingen Stil. Und dieser Spielstil wird den Charakter auch neu prägen. Ebenso wird wohl ein Kompletttransfer, also Charakterbogen und die zugehörige Ausrüstung wohl eher selten statt finden. Wenn man mal so nachdenkt, warum denn bitte eine neue Ausrüstung besorgen um einen Charakter zu bespielen, den man sich noch nichteinmal ausgedacht hat? Da kann man auch gleich als NSC auf ein Con gehen.

Ich hoffe, dass diese Praxis nicht wirklich häufig zur Anwenung kommt und die Spieler weiterhin eigen erdachte Charaktere bespielen, anstatt aus Gier nach Erfahrungspunkten sich abgelegte Konzepte aneignen. Wie ist denn Deine Meinung dazu? Würdest Du einen abgelegten Charakter eines anderen Spielers weiterspielen, wenn dieser über eine beachtliche Menge an Contage verfügen würde? Schreib mir doch einen Kommentar, mich würde wirklich interessieren, wie Du darüber denkst.

Damit verabschiede ich mich auch schon wieder und wünsche noch einen schönen Sonntag Abend.So far,

euer Cyrus



Kategorien: Allgemein, Charaktertipps

3 Antworten bis jetzt.

  1. celebriel:) sagt:

    ich denks genauso.im larp gehts ums spielen und nit ums gewinnen(wobei dies ab und zu mal ein erwünschter nebeneffekt sein kann).aber trotzdem fehlt dann doch irgendwie der spass oder???ich könnte mir nicht vorstellenen einen fremden char weiterzuspielen,für mich is es schwachsinn^^und wenn man jz einen solchen char hat,der relativ mächtig is,macht es doch auch kein spass,ich würde mich so fremd fühlen.FAKT:im larp gehts ums spielen,wer das nit begreift,sollte es aber mal schnell tuhen.meine meinung;)

  2. Anni We sagt:

    Das erinnert mich ein wenig an WoW und die E-Bay-Chars, die da zu Hauf rumlaufen.
    Beste Rüstung, bestes Equip usw. und dann stellt man fest, dass derjenige keine Ahnung hat, wie man den Char richtig spielt.
    So ähnlich wirds wohl im LARP auch enden.
    Und solchen SC´s möchte ich nicht begegnen.
    Zum angucken vielleicht noch toll, aber zum richtigen spielen nicht zu gebrauchen.
    Denn ich kann mir vorstellen, dass derjenige, der einen “alten” Char von jemand anderem weiterspielt keine Ahnung hat, wie er vorher gespielt wurde, wie vielleicht sogar die Rituale (je nachdem was für ein Char) ausgeführt werden usw.
    Von den bereits oben genannten Punkten abgesehen.

    Ich persönlich “bastel” mir da lieber einen Char zurecht, der unten anfängt und mit jedem Tavernenabend, Con und Sonstiges wächst.
    Deswegen ist meine (noch nicht fertige) Schmanin auch erst am Beginn ihrer “Ausbildung”. (mehr dazu bald in meinem Blog)
    Gerade das “dazulernen” neuer Fähigkeiten, Rituale und das sammeln der (späteren) Erfahrungen, macht das ganze Spiel doch erst interessant.

  3. Kuzu sagt:

    Es geht beim Larpen ums Spielen und Erleben, oder etwa nicht? Theoretisch kann man das sowohl mit einem selbst ausgedachten als auch mit einem “geborgten” Charakter tun. Praktisch würde ich mich in dieser wildfremden Rolle, die so viel ohne mich erlebt hat, sehr, sehr unwohl fühlen. Und spielen könnte ich sie auch nicht, ich weiß schließlich nichts über sie als pure Fakten und habe kein Gefühl für die Rolle. Gefühl ist hier wohl das Stichwort: das ganze Feeling wird versaut. Würde ich nie im Leben freiwillig tun, auch für tausend Contage nicht!

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