Dein Start ins Larp

Der Blog für Larper, Anfänger und Fantasyfans

Cyrus Am 26. - Juli - 2011

Das wahrscheinlich größte Problem mit den geliebten Charakteren ist, dass andere Spieler vielleicht nichts damit anfangen können. Wenn wir einmal ehrlich sind, spielen wir die Charaktere ja nicht nur für uns, sondern auch für die anderen Teilnehmer einer Con. Wenn Dein Gegenüber deinen Charakter nicht akzeptiert und nicht mit ihm spielen will, dann hast Du schon verlohren. Doch stellen wir uns doch einmal die Frage wie kann ich meinen Charakter auch so aufbauen, dass ihn andere Spieler ansprechend finden?

so stellt man sich keinen Ritter im Larp vor.

So stellt sich sicher niemand das Larp-Outfit eines Larpritters vor.

 

Klischees im Larp und deren Wichtigkeit

Eines Vorweg, DU musst anderen Spielern nicht in den Popps kriechen, jedoch ist es nicht schlecht wenn Du auf einige Dinge Rücksicht nimmst, wenn du deinen larp – Charakter erstellst und auch spielst. Wenn Du Dir ein paar der folgenden Tipps zu Herzen nimmst, kannst Du Dein Spiel bestimmt verbessern und trägst damit gewaltig zur Spielatmosphäre bei. Natürlich MUSST Du Dir davon nichts zu Herzen nehmen, aber vielleicht entdeckst Du ja etwas wo Dir auffällt, dass Dir das vielleicht schon einmal Probleme mit Mitspielern bereitet hat.

Dieser Artikel widmet sich ganz dem sogenannten Klischee. Glaubt man Wikipdia, dann ist ein Klischee soetwas wie eine Vorstellung der Allgemeinheit, welche mit einem bestimmten Begriff assoziiert wird. Ein berühmtes Beispiel wäre wohl Mc Donalds, da kommt einem sofort das Wort „Burger“ oder auch das rundbogige Logo der FastFoot-Kette in den Sinn. Ein weiteres Klischee ist auch, dass Computerspieler nur zu Hause sitzen und keine sozialen Kontakte pflegen.

Im Gegensatz zu dem McDonalds-Beispiel werden aber bestimmt jetzt einiger meiner Leser sagen „Was für ein Mist!“.  Über die Sinnigkeit dieses Klischees möchte ich jetzt nicht streiten, aber auf Eines hinweisen: das zweite Beispiel ist wohl mehr von der Generation abhänig. Wir jungen Menschen haben dazu eine andere Einstellung als die ältere Generation, so können unsere Denkansichten durchaus kollidieren. Und genau hier komme ich wieder auf das Larp zurück.

Wenn Du Dir nun Deinen Larp – Charakter ausgedacht hast kann es passieren, dass er Eigenarten hat, oder ihm welche fehlen die aber von der breiten Masse erwartet werden, oder eben nicht. Damit würde Dein Charakter gegen die Vorstellung der anderen kolidieren und dementsprechend weniger gut bis gar nicht angenommen werden. Das kann von einer unangemessenen Behandlung im IT bis hin zum Ignorieren Deinerseits führen, OT-Lästereien sind Dir aber wohl garantiert sicher. Generell bin ich niemand der Anderen rät es Jedem recht zu machen, aber man muss ja auch nicht auf vollste Konfrontation gehen.

Ein Beispiel für einen absoluten Klischeebruch einer Charakterklasse wäre beispielsweise ein netter Drow. Auch wenn jetzt Jemand meiner Leser denkt „aber der Drizzt…“ ja der Drizzt ist aber auch ein Einzelfall! Der Hintergrund der Drows ist ziemlich explizit und lässt eigentlich keine gutartige Moral bei seinen Vertretern zu, da diese schon im frühsten Stadium der Kindheit zur Bösartigkeit erzogen werden. Für SCs, welche sich intensiv mit solch einem Hintergrund beschäftigt haben, ist jetzt natürlich ein Problem aufgetreten. Dieser Spieler widerspricht Allem, was sie bisher erlebt haben.

 

Das Klischee gehört zum Larp – Konzept

Wenn Du Dir also Deinen Charakter ausdenkst, dann beschäftige Dich vorher etwas intensiver mit Deinem Konzept. Bedenke seine Rasse, sein Umfeld und seinen Beruf und versuche doch

dieser Char stößt auf gemischte Reaktionen

Dieser Char stößt auf verschiedene Reaktionen. Mal finden die Mitspieler diesen gelungen, andere SCs sind mit der Darstellung gar nicht einverstanden.

einmal, Dir typische Eigenschaften hierfür zusammen zu suchen. Danach baust Du von diesen Klischees (Dinge die DU bei diesen Begriffen erwartest) einfach ein paar ein und damit hast du auch schon der Thematik genüge getan. Wenn Du nun bemerkst, dass dein Konzept nun heftig mit den Klischees kolidiert ist guter Rat teuer.

Je nach Spielumfeld könnte es durchaus sein, dass Deine Mitspieler weniger verständnisvoll reagieren, doch andererseits sind Regeln auch dazu da, um gebrochen zu werden. Manchmal können absolute Abweichungen sehr abwechslungsreich und spielfördernd sein, aber trotzdem sollte Dir immer Eines klar sein.

Deine Mitspieler werden unbewusst eine gewisse Erwartung an Dich stellen. Wenn Du sie erfüllst wirst Du bestimmt auf eine gute Resonanz stoßen. Aber weiterhin darfst Du nicht vergessen, dass Du es niemals Jedem recht machen kannst, aber darum geht es auch nicht.

Meiner Meinung nach ist Larp ein Hobby und ein Hobby soll Spaß machen. Jedoch endet dieser Satz hier nicht. Denn nicht nur Du sollst Spaß haben, sondern auch die anderen Teilnehmer. Wenn Du also auch etwas deren Spaß im Hinterkopf behältst, wirst Du das Con ganz sicher als Bereicherung betreten.

Was meinst Du? Sollte man sich an bestimmte Klischees halten und sich denen also auch etwas anpassen? Oder stehst Du mehr auf totale Rebellion und interessierst Dich nicht dafür, wie Dich andere SCs wahrnehmen könnten? Schreib mir doch einen Kommentar, Deine Meinung interessiert mich.

So far,

euer Cyrus



Kategorien: Allgemein, Charaktertipps

12 Antworten bis jetzt.

  1. Bantha sagt:

    also da ich in kürze mein erstes con (Mythodea) antreten werde, bin ich eher auf ein positives Zusammenspiel behofft. Einige der Klischees die meiner Klasse zugesprochen werden finde ich ja richtig, aber andere stoßen bei mir auf völlige Ablehnung. Ich habe vor eine Art Kleriker zu spielen, das die Klasse Streitkolben und ähnliches verwendet ist ja durchaus richtig, aber das sie an eine „höhere Macht “ glauben sollen oder das sie immer nur in Kutten und Mänteln herumwandelt stößt bei mir auf Ablehnung.
    Denn meine Ausrüstung besteht aus einem Umhang, Lerderharnisch,Kild und Schuhe etc. auserdem würde ich gerne heilen denn das ist mirdas liebste. Und das passt nicht so wirklich in das Klischee eines heilenden Klerikers.
    Hasst du villeicht Anregungen oder Tipps für mich die mir bei der Klasse herlfen können oder eine passende zu wählen?

    MFG. Bantha

    • Cyrus sagt:

      Kilt, Umhang, Lederharnisch – also ich könnta da auf Anhieb nichts „geistliches“ in der Kleidung entdecken. Es ist die eine Sache was man spielen will und eine andere Sache das den umstehenden Spielern zu verkaufen, denn die müssen Dich ja in Deiner Rolle erkennen und auch annehmen.
      Erstmal: Rüstung zählt nicht als Kleidung, zumindest ist das mein Standpunkt 😉
      Du musst Dir einmal überlegen, was macht für Dich und Deine Bekannten einen geistlichen aus? Frag einfach mal in die Runde, was die mit dem Wort Geistlicher/Kleriker für eine Optik verbinden. Oder schau einfach mal bei deviantart.com unter dem Begriff Priest nach.

      Allerdings MUSS ein Kleriker an eine „höhere Macht“ glauben, denn von dieser Macht erbittet er ja diese Effekte, die er dann nutzt. Dabei ist es ganz egal, ob er an „das Licht“ oder einen direkten Gott glaubt.

      Wenn Du keine höhere Macht anbeten magst, kannst Du ja auch als normaler Heiler agieren (so mit Feld-OP-Besteck und Kunstblut), dann würde das ja ganz gut passen. Du stapftst durch die Schlachten und sorgst dafür, dass Verwundete geborgen werden und überleben.

      • Bantha sagt:

        Ah okai danke auf die Idee bin ich noch garnicht gekommen, also keine dierekte klasse zu spielen sondern einfach einen heiler und gut ist ^^ cool danke für die antwort hat mir echt geholfen ^^. auserdem spaare ich mir den ganzen kram von wegen Glaubenszeichen und bla.

        P.S: diene Artikel sind echt gut könntest ruhig mehr schrieben z.b. Heiler im algemeinen oder Bogenschütze ^^
        würde mich echt darüber freuen und danke nochmal^^

      • Tjost sagt:

        Also zuerst einmal, von einem Medival-begeisterten non-Larper, ein Kompliment für diese Seite.

        Allerdings habe ich doch etwas kritisches zu deiner Aussage beizusteuern, sofern meine Gedankengänge korrekt sind.

        Larp ist doch Fantasie, es folgt keinem umfassenden Reglement.
        Wenn ich mir jetzt diverse RP-/Tabletop-Spiele ansehe, so sind Kriegspriester (welche dem angestrebten Charakter des Fragestellers entsprechen könnten) doch durchaus üblich. Warum ist es nun ausgerechnet beim Larp so ungewöhnlich solch einen Kriegspriester darzustellen?
        Gibt es da Reglements die das so regeln?

        Einen ähnlichen Gedankengang habe ich in Bezug zu der Aussage, daß Asiastyle-Spieler Asiaten sein „müssen“. Evtl. kommt er halt aus einem Land, daß durch Handel überwiegend mit solchen Einflüssen konfrontiert wird und sich deswegen verstärkt diesen Stil aneignete?

        Tschuldigung, aber diese Seite hat mich doch etwas … inspiriert. Auch wenn aus mir wohl nie ein Larper wird.

        • Cyrus sagt:

          Hallo Tjost,

          diese „Kriegspriester“ sind meistens potente Alleskönner und das ist etwas, was im Larp verpöhnt sein kann. Du musst Dir überlegen, beim LARP geht es ja darum mit anderen Leuten zusammen zu spielen,zu interagieren und nicht darum einen megamächtigen Supertypen zu spielen, der alles kann, kämpfen, „zaubern“ und was sonst noch. Wenn Du Dir diese „Spiele“ ansiehst, sind solche Figuren meist Hauptcharaktere, jedoch gibt es sowas bei einem Con nicht. Es gibt nur Teilnehmer und keine Hauptfigur die mehr im Zentrum steht als jemand anderes. Und wenn alle Helden sein wollen, hat man dann iiirgendwann nur noch Drachentöter, Paladine und Erzmagier. Das bereichert aber ein Spiel nicht wirklich.

          AsiatenChars sollten Asiaten sein. Diese Aussage war etwas krass formuliert, trifft aber den Kern der Sache. Wenn man einen westlichen Char spielt der sich, warum auch immer, asiatisch kleidet – alles klar. Wenn man aber irgendwelche Asiaten spielt, ohne selbst Asiate zu sein, fehlt zumindest mir schon etwas bei der Darstellung.

          Und schön dass Du hier Inspiration gefunden hast 🙂

  2. Asuna sagt:

    Zunächst mal großes Kompliment an die Seite, die Artikel sind wirklich super!
    Zu meiner Frage: Ich bin erst 15 und nehme demnäcst an einer Art Jugendcon teil, und ich würde als Charakter gerne eine Elfe spielen, die jedoch etwas aus dem Rahmen fällt: Sie hat zwar ein glückliches Leben unter anderen Elfen im Wald verbracht, ihr war aber immer irgendweilig, und sie hat sich oft gewüscht, ein Mensch zu sein, da ihr das Leben dieser viel interessanter und spannender vorkamen. Deswegen ist sie dann irgendwann ohne rechtes Ziel abgehauen, und streift nun umher und sucht nach einem Lehrmeister, der ihr das kämpfen beibringt, da sie Soldnerin werden will (also das war jetzt die Kurzfassung)
    Frage: Findet ihr, eine Elfe, die keine sein will (wo doch Elfen so stolz sind), die unvernünftig handelt, ungeduldig ist und lieber kämpfen will anstatt im Einklang mit der Natur zu leben, fällt zu sehr aus dem Rahmen?
    P.S.: Freue mich auch sehr über Anregungen für meinen Charakter ;D

    • Zyug sagt:

      Ich finde einen Elf der
      kein elf sein will eine interesante idee
      doch solte man sich dan wirklich vom komplleten
      lebens stiel verabschieden.

  3. Rendra Arthuria sagt:

    Also ich bin ebenfalls erst 15 Jahre alt und noch sehr neu in der LARP Welt unterwegs.
    Mein Charakter soll, wie einem anderen Kommentar schon erwähnt, eine mittelalterliche Rebellin darstellen die im Wald und auf dem Lande aufgewachsen ist. Da ich noch sehr Jung bin soll mein Charakter auch nicht viel älter sein. Vielleicht 16 oder höchstens 17. Ich wollte sie mit Gewandung in Grün und Naturtönen ausstatten und einem elbischen Bogen, einem Dolch und eventuell einer kleinen Axt. Warum ein elbischer Bogen? Die Hintergrundgeschichte dazu sollte wie folgt lauten: mein Charakter Rendra (der Name steht noch nicht endgültig fest) verbrachte mal wieder einen Tag im Wald um Wild aufzutreiben und beobachtete eine Gruppe Orks die einen Elfenjäger Angriffen. Ein Elf gegen 5 Orks ist natürlich nicht gerade fair. Rendra startete ein kleines Ablenkungsmanöver mit dem anvisierten Wild und sicherte dem Elfen so das leben. Zum Zeichen seiner Dankbarkeit überlies er ihr seinen Bogen und bildete sie aus.

    Das ist natürlich nur die Kurzfassung aber ist das Glaubwürdig? Oder fällt das zu sehr aus der Rolle?

  4. Zyug sagt:

    Hi,
    Mein freund möchde unbedingt heilen,
    aber auch kämpfen. Meine erste überlegung war
    nartürlich ein Klerika Doch darfür ist er einen halben
    Meter zu klein, was nun?

    • Cyrus sagt:

      Wie wäre es mit einem Söldner der sich auf Leibwächtereinsätze spezialisiert und daher auch grundlegende Verarztungen kennt um seinen Klienten im Fall der Fälle bei einer Verletzung zu helfen?

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