Dein Start ins Larp

Der Blog für Larper, Anfänger und Fantasyfans

Cyrus Am 24. - Juli - 2011

Inerhalb der deutschen Larpszene existieren verschiedene Regelwerke, die unterschiedlich stark verbreitet sind. Einige ähneln einander, andere Regelwerke könnten untschiedlicher nicht sein. In Deutschland sind folgende Spielweisen populär: einmal das sogenannte Punktebasierte Spiel nach Regelwerken wie DragonSys, Thats Live, Silbermond und Phönix oder das punktelose Spiel nach DKWDDK. Ich beschränke mich in diesem Artikel erst einmal auf Regelwerke die im Fantasy-Sektor anzusiedeln sind.

 

Larp: Mit oder ohne Punkte

DargonSys 3, Larpregelwerk

das wohl älteste und bekannteste Regelwerk, das es in Deutschland gibt.

Das deutsche Larp kennt also zwei Spielweisen, punktebasierend und punktelos. Bei dem punktebasierenden Spiel generiert ein Charakter sogenannte Erfahrungspunkte anhand der Anzahl an Tagen die dieser gespielt wurde und einem Multiplikator .

Das könnte beispielsweise so aussehen: Der Charakter Darvin war insgesamt 12 Tage auf Cons unterwegs und das Regelwerk des nächsten Cons  berechnet die Erfahrungspunkte anhand der Contage mal 5. Folgich hätte der Charakter Darvin 60 Erfahrungspunkte zur Verfügung.

Mit diesen Erfahrungspunkten kann sich der Spieler nun Fähigkeiten mit entsprechendem Gegenwerk aus dem genutzten Regelwerk “einkaufen”, wie aus gängigen Rollenspielen bestimmt schon bekannt sein dürfte. Nach dieser Art von Spiel wird ein Charakter immer mächtiger, je länger auch gespielt wird.

Nachteilig ist natürlich, dass man auf diesem Wege auch erst eine ganze Weile spielen muss, bis der Charakter über die Fähigkeiten verfügt, wie man ihn sich erdacht hat. Auch bemängeln diverse Stimmen aus der Larpszene, dass dieses punktebasierende Spiel zu sehr schlechte Darstellung fördern würde. Angeblich würde sich die Mentalität “Ich hab Erfahrungspunkte ausgegeben, deswegen kann ich das jetzt auch” etablieren und die Darstellung darunter leiden.

 

Larp – Regelwerke Deutschlands

Eines der vorherrschenden punktebasierenden Regelwerke ist das sogenannte DragonSys, mittlerweile in der 3. Edition erhältlich. Es ist vermutlich das älteste Regelwerk, welches gewerblich publiziert wurde und konnte sich über die Jahre einen festen Stand in der deutschen Larpszene verschaffen.

In den letzten Jahren wurde das DragonSys-Regelwerk immer wieder überarbeitet und neu publiziert, das markierte stets eine neue Edition.  Das Werk ist sehr offen gehalten und wird meistens mit Modifikationen gespielt, welche individuell von den Veranstaltern festgelegt werden.

Innerhalb Bayerns wird meistens nach dem Regelwerk Thats Live gespielt. Oftmals wird die 10. Auflage des Regelwerks verwendet, manchmal findet man jedoch auch noch die 9. Auflage, welche jedoch dann meistens nur mit Modifikationen gespielt wird.

Das Regelwerk ist äußerst umfangreich und bietet den Spielern viele Möglichkeiten zur Charaktergenerierung. Interessanter Weise findet man außerhalb Bayerns kaum eine Veranstaltung die dieses Regelwerk verwendet.

Das Regelwerk Silbermond ist mittlerweile in der zweiten Auflage erschienen und ist in den letzten Jahren mehr in den Hintergrund gerückt. Früher in Thüringen und Sachsen stärker verbreitet ähnelte die erste Auflage stark dem bereits vorgestelltem Regelwerk ThatsLive X.

In der zweiten Auflage wurden sogenannte “Wege” vorgegeben, welche die Charaktergenerierung durch Einteilung in verschiedene “Klassen” (die sogenannten Wegen) Stark beeinträchtigt haben. So gab es beispielsweise einen Weg des Schwerts, welcher beispielsweise Kampffähigkeiten erlaubt und auch verbilligt, dafür aber Magie aus dem Charakterbogen verbannt.

Dies ermöglicht einerseits Anfängern einen schnelleren Aufstieg, allerdings sind vielseitigere Charaktere, sogenannte Alleskönner natürlich sehr beeinträchtigt.

Phönix Regelwerk Larp

das Regelwerk Phönix wird nur auf Veranstaltung innerhalb der Phönixkampagne genutzt.

Zum Regelwerk Phönix ist erstmal zu sagen, dass dieses Regelwerk gleichzeitig mit einer geschlossenen Kampagne verknüpft ist. Das bedeutet, dass ein Charakter NUR in der Spielwelt der Phönixorgas gespielt werden darf. Der Spieler kann aus verschiedenen Rassen und Fähigkeiten wählen und sich seinen Charakter zusammenstellen.

Dies funktioniert ähnlich wie in den vorrangegangenen Systemen, indem man sich die Erfahrungspunkte ausrechnet und dementsprechend Fähigkeiten “einkauft”. Dieses Regelwerk ist eher weniger verbreitet, da es nur auf Cons eingesetzt wird, welche innerhalb der Phönix-Kampagne spielen.

Natürlich waren diese vier Vertreter bei Weitem nicht alle Regelewerke, viele Veranstalter benutzen eigens Verfasste Spielanleitungen, Großveranstaltungen wie das Conquest of Mythodea oder das Drachenfest setzen ebenfalls eigene Regelwerke ein, welche jedoch auf vergleichweise wenigen, wenn auch populären Cons gespielt werden.

 

Larp ohne Punkte

Neben dem punktebasierendem Spiel gibt es aber auch noch eine weitere Möglichkeit zu larpen, das punktelose Spiel. Punktelos bedeutet jedoch nicht, dass es keine Regeln gibt, mehr dass diese lockerer gehalten werden. Der Grundsatz ist meistens das sogenannte DKWDDK (Du Kannst Was Du Darstellen Kannst). Hierbei kann der Charakter des Spielers Alles, was er auch überzeugend darstellen kann.

So reicht eine einfache Ansage bei einem Zauber hier nun nich aus, ein mächtiger Feuerball muss nun auch entsprechend durch eine atemberaubende Initiation und einem verblüffendem Geschoss (leuchtender Softball mit Stoffschweif beispielsweise) dargestellt werden.

Der Vorteil dieses Spiels liegt klar auf der Hand, egal wie viele Contage dieser Char schon erlebt haben sollte, als Spieler kann man über jede Fähigkeit verfügen, die man möchte. Hier tritt nun der Knackpunkt auf: was verhindert nun, dass nicht alle Spieler wie unbesiegbare Halbgötter über das Con wandeln?

Gegenstimmen beantworten diese Frage mit einer Erinnerung an die Verpflichtung des Ausspielens und einer Förderung der Darstellung, nebenbei wird an den gesunden Menschenverstand appeliert.

 

Fazit

Was ist nun besser? Punktelos oder punktebasierend? Meiner Meinung nach ist das Regelwerk zweitranig, wenn ein Spieler bereit ist seine Fähigkeiten darzustellen wird er das auch tun, egal ob er mit oder ohne Punkte spielt. Wenn man Spaß an der Darstellung hat wird sich das verwendete Regelsystem wohl nicht in den weg stellen.

Ebenso werden nur seltenst Contage von Spielern überprüft, so dass die Balance in dieser Hinsicht sowieso fragwürdig ist. Fakt ist, wenn jemand “betrügen” will, aus welchen Gründen nun immer, kann und wird er das auch tun. Ob er auf eine Darstellung verzichtet oder Contage hinzuerfindet um die Anzahl seiner Erfahrungspunkte zu pushen.

Was meinst Du dazu? Habe ich ein Regelwerk vergessen? Schreib mir doch einen Kommentar zu diesem Artikel, damit ich Deine Meinung in meine nächsten Posts mit einbeziehen kann.

So far,

euer Cyrus



Eine Antwort bis jetzt.

  1. Section31 sagt:

    Hi Cyrus,

    du hast sämtliche Genre-spezifischen Regelwerke vergessen zu erwähnen.

    Gruß,
    Section31

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